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Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt schützen

Bildbeschreibung: Ein Mädchen das in die Ferne schaut.
Foto: © Rudy and Peter Skitterians

Kindesmissbrauch und der Handel mit Kinderpornografie sind Verbrechen. Für betroffene Menschen sind sie mit großem Leid verbunden. Kinder und Jugendliche haben ein Recht, vor sexualisierter Gewalt geschützt zu werden und in einer sicheren Umgebung aufzuwachsen. Dies gilt in ihrem privaten Umfeld genauso wie in einer Kita, Schule oder in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Maria Loheide, Diakonie-Vorstand Sozialpolitik:

"Zu einer wirkungsvollen Prävention gehören eine gesellschaftliche Kultur des aufmerksamen Hinsehens gegenüber sexualisierter Gewalt, aber auch konkrete Leitlinien und verbindliche Schutzkonzepte in jeder Einrichtung, die mit Kindern und Jugendlichen arbeitet. Kirchlich-diakonische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist im hohen Maße Beziehungsarbeit und hat von ihrem Selbstverständnis her den Anspruch, Kindern und Jugendlichen geschützte Räume für ihr Aufwachsen zu bieten. Alle Mitarbeitenden in unseren Einrichtungen haben die Aufgabe, achtsam zu sein und gegen Taten einzuschreiten. Entsprechende Qualifizierung für Träger, Einrichtungen und Mitarbeitende gehört zu den wichtigsten Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Damit der Schutz vor sexualisierter Gewalt noch fester in der Gesellschaft verankert werden kann, braucht es ausreichend Fachberatungsstellen und Anlaufstellen für Betroffene und ihre Angehörige, die auch auskömmlich finanziert werden. Hier besteht leider vielerorts noch Nachholbedarf."

Ebenso hat sich das Deutsche Kinderhilfswerk zum Schutz vor sexueller Gewalt bei Kindern geäußert:

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert eine Erhöhung des Fahndungsdrucks zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation müssen Kinder hier mit allen zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mitteln geschützt werden. Dazu braucht es zum einen eine Debatte darüber, ob und wie eine Verschärfung des Strafrahmens bei Kinderpornografie Kinder tatsächlich wirksam schützen kann. Die zu erwartende Strafe muss eine generalpräventive Wirkung entfalten, um potentielle Täterinnen und Täter von der Begehung einer Tat abzuhalten, aber auch um die Verbreitung kinderpornografischen Materials effektiv zu bekämpfen. Wichtig ist zudem, dass die Zahl der Ermittlerinnen und Ermittler bei Polizei und Staatsanwaltschaften im Bereich des Kinderschutzes aufgestockt wird. Denn der Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt erfordert kompromisslos Aufklärung und Strafverfolgung. Und schließlich brauchen wir eine finanziell abgesicherte, funktionierende Kinder- und Jugendhilfe, die im Bereich der Prävention und als Vertrauensinstitution für Kinder und Jugendliche tätig sein muss.

"Die vor kurzem beschlossenen Änderungen des Strafgesetzbuches und der Strafprozessordnung zur Versuchsstrafbarkeit des Cybergroomings und zur Zulassung der sogenannten Keuschheitsprobe zur Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet waren ein guter erster Schritt zu mehr Kinderschutz. Gerade die Zulassung der sogenannten Keuschheitsprobe gibt Ermittlerinnen und Ermittlern zukünftig mehr Möglichkeiten zur Ermittlung und Überführung von Sexualstraftäterinnen und Sexualstraftätern im Internet. Jetzt müssen die Strafverfolgungsbehörden personell und technisch so ausgestattet werden, dass potentiellen Täterinnen und Tätern klar sein muss, dass sie quasi minütlich entdeckt und verfolgt werden können", betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes sollte in Strafverfahren generell das Kindeswohl stärker in den Blick genommen werden. Dafür braucht es ein eigenständiges Vorrang- und Beschleunigungsgebot in Strafverfahren mit minderjährigen Opferzeuginnen und -zeugen in der Strafprozessordnung, um dem Kindeswohlvorrang gemäß der UN-Kinderrechtskonvention in Strafverfahren Rechnung zu tragen. Zudem sollten richterliche Videovernehmungen bei minderjährigen Opfern von Sexualdelikten und anderen schweren Gewalttatbeständen in Ermittlungsverfahren mit ersetzender Wirkung für das Hauptverfahren zum bundesdeutschen Standard werden, damit Kinder nicht öfter als nötig zu traumatischen Erlebnissen befragt werden müssen.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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