EU-Schwerbehinderung

Das Online-Nachrichtenmagazin.
Politik, Soziales, Behinderung, Rente
und vieles mehr .... Kritisch, sachlich und offen. Pflege-news Nachrichtendienst zur Behindertenpolitik

Studie: 13 Prozent der Krankenhäuser in Insolvenzgefahr

Bildbeschreibung: Mehrere Ärzte in einem Operationssaal.
Foto: © Günter Valda

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Krankenhäuser hat sich im Jahr 2018 wieder verschlechtert. 13 Prozent befanden sich 2018 in erhöhter Insolvenzgefahr, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Krankenhaus Rating Report 2020 des Essener RWI - Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung hervorgeht. Im Jahr zuvor lagen erst elf Prozent im "roten Bereich" der erhöhten Insolvenzgefahr.

Für die Studie waren Datengrundlage des „Krankenhaus Rating Report 2020“ 515 Jahresabschlüsse von Krankenhäusern aus dem Jahr 2017 und 525 aus dem Jahr 2018. Dabei umfassen Sie insgesamt 942 Krankenhäuser mit einem am Umsatz gemessenen Marktanteil von 71 Prozent. Dabei haben die Krankenhäuser 29 Prozent an Jahresverlust 2018 auf Konzernebene geschrieben, 2017 waren es noch 27 Prozent.

2018 lagen im „grünen Bereich" die Mehrheit der Krankenhäuser mit 64 Prozent. So haben größere Krankenhäuser typischerweise besser abgeschnitten als kleine, außerdem beeinflusse ein hoher Grad an Spezialisierung das Rating und die Patientenzufriedenheit positiv, hieß es. In der Studie wurden zudem regionale Unterschiede erfasst. So fiel das Rating am schlechtesten in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern aus, signifikant besser viel es in Ost-Deutschland aus.

Dabei sei ausschlaggebend für die schlechtere wirtschaftliche Lage der Kliniken der Rückgang der stationären Fallzahl um 0,1 Prozent gewesen. So könnten Gründe sein der zunehmende Fachkräftemangel und intensivere Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK).

Die Autoren der Studie prognostizieren für dieses Jahr wegen den verschobenen Operationen aufgrund der Corona-Krise einen Rückgang der Fallzahlen von mindestens sechs Prozent. Bis zum Jahr 2030 werde die Verweildauer weiter zurückgehen, so dass der Bedarf an Krankenhausbetten sinke würde.

Zum „Krankenhaus Rating Report“ des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung erklären Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik von den Grünen, und Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Gesundheitsförderung von den Grünen:

„Die schlechte finanzielle Lage vieler Kliniken zeigt den großen Handlungsbedarf, vor dem die Bundesregierung bei der Krankenhauspolitik steht. Der Staat muss endlich seiner Verpflichtung zur Gewährleistung der Daseinsvorsorge nachkommen. Auch der Bund muss hierfür Verantwortung übernehmen und sich künftig an der Investitionsfinanzierung beteiligen. Dafür sollte der Bund an der Bedarfsplanung beteiligt werden.

Nicht die Wirtschaftlichkeit, sondern die Bedarfsnotwendigkeit muss Kriterium für den Erhalt eines Krankenhauses sein. Das kann bedeuten, dass überzählige Kliniken in Ballungsräumen schließen müssen, dafür andere in strukturschwachen Regionen besser finanziert werden.

Bei der Betriebskostenfinanzierung sollten die pauschalen Finanzierungselemente, also die Kosten zur Vorhaltung bestimmter Strukturen wie etwa in der Notfallversorgung und in der Pädiatrie oder zum Aufbau von Reservekapazitäten erhöht werden. Die DRGs sollten nach Versorgungsstufen differenziert werden, um den Besonderheiten in der Versorgungslandschaft besser gerecht zu werden.

Spezialisierung und Zentrenbildung sind wichtig für die Qualität der medizinischen Versorgung bei schweren oder seltenen Erkrankungen. Die Grundversorgung darf dabei nicht auf der Strecke bleiben.

Die Pflege im Krankenhaus braucht eine qualitative Aufwertung. Die Pflegefinanzierung muss mit einem bedarfsgerechten Personalbemessungsinstrument verknüpft werden.“

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



Kurznachrichten

Coronavirus

Aktuelle Nachrichten

weitere Nachrichten

Kommentare (0)

Rated 0 out of 5 based on 0 voters
Bisher wurden hier noch keine Kommentare veröffentlicht

Einen Kommentar verfassen

  1. Posting comment as a guest. Sign up or login to your account.
Rate this post:
Anhänge (0 / 3)
Deinen Standort teilen



0
+

Gefällt Ihnen der Artikel?

Liken Sie uns. Vielen Dank