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Elektronische Patientenakte muss für alle zugänglich sein

Bildbeschreibung: Mehrere Akten und daneben rechts in ein Schloss.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Der Bundestag hat gestern am 3 Juli 2020 das Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) beschlossen. Damit soll der Weg für die elektronische Patientenakte frei werden: Ab 2021 sollen die Krankenkassen den Versicherten die elektronische Patientenakte anbieten, ab 2022 können Ärzte und Ärztinnen Daten eintragen. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagt dazu:

"Über eine App sollen Patientinnen und Patienten ihre Daten einsehen und pflegen können. Viele ältere Menschen tun sich aber schwer mit Apps oder haben kein modernes Smartphone. Gerade für sie ist es wichtig, den Überblick über ihre Medikamente, Therapien und Diagnosen zu behalten. Die Gematik soll nun überprüfen, wie das am besten geht. Der VdK wird ihr dabei kritisch auf die Finger schauen. Auch ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung müssen auf ihre Daten in der Patientenakte zugreifen können. Barrierefreiheit und die Möglichkeit, sie sich vorlesen zu lassen, sind deshalb für den VdK ein Muss. Wichtig ist auch, dass die Medikationspläne schnell eingebunden werden. Nur damit lässt sich eine Über-, Unter- und Fehlversorgung von Patientinnen und Patienten mit Arzneimitteln endlich vermeiden."

Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) teilt mit zum Patientendaten-Schutz-Gesetz:

"Die Pandemie zeigt, wie wichtig digitale Angebote für die Versorgung von Patienten sind. Darum sorgen wir mit dem Patientendaten-Schutz-Gesetz dafür, dass Digitalisierung im Alltag ankommt. Versicherte können ihre Daten in der elektronischen Patientenakte speichern lassen. Sie bekommen die Möglichkeit, das E-Rezept mit einer neuen App zu nutzen. Und Facharztüberweisungen gibt es künftig auch digital. Dabei können sich Patienten jederzeit darauf verlassen, dass ihre Daten sicher sind.“

Bärbel Bas, stellvertretende Fraktionsvorsitzende (SPD), Sabine Dittmar, gesundheitspolitische Sprecherin (SPD), Dirk Heidenblut, zuständiger Berichterstatter (SPD) teilen zum zum Patientendaten-Schutz-Gesetz mit:

„Die elektronische Patientenakte kommt. Ab nächstem Jahr steht den Versicherten eine ePA zur Verfügung, so sie denn eine haben möchten. Mit dem E-Zahnbonusheft, dem E-Mutterpass oder auch dem E-Impfpass werden schon bald weitere konkrete Anwendungen in der ePA Realität. Mit dieser patientengeführten Akte werden die eigenen Daten nun auch für jeden selbst nutzbar und stehen zur Verfügung, wenn man sie braucht. Der Patient wird zum Zentrum seiner eigenen Gesundheitsversorgung und zum Souverän seiner Daten.

Die Zugriffsrechte von Ärztinnen und Ärzten oder anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen auf die ePA liegen in der Hand des Patienten, ab 2022 detailliert bis zu einzelnen Dokumenten. Der Kreis der überhaupt zugriffsberechtigten Berufsgruppen ist rechtlich genau festgelegt. Die ePA wird auf geeigneten Endgeräten sicher nutzbar sein. Selbstverständlich bleibt es bei der freiwilligen Nutzung der ePA. Bestehende Patientenrechte auf Einsicht oder Herausgabe von eigenen Gesundheitsinformationen bleiben uneingeschränkt erhalten.

Wir treffen außerdem Regelungen, um die Digitalisierung der Pflege voranzutreiben. Und auch das E-Rezept als App wird ab Mitte kommenden Jahres den Versorgungsalltag der Patientinnen und Patienten spürbar verändern. Auch hier gilt, wer kein Smartphone nutzen kann oder will, bekommt weiterhin einen Ausdruck in die Hand.

Jetzt kommt es darauf an, dass alle Beteiligten bei der Umsetzung konstruktiv und engagiert zusammenarbeiten, damit die Vorzüge des digitalisierten Gesundheitswesens beim Patienten schnellstmöglich ankommen. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass das Herzstück der digitalen Modernisierung unseres Gesundheitswesens beginnt zu schlagen.“

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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