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Umfrage: Masken für Schüler im Klassenzimmer lehnen 80 % der Eltern ab

Bildbeschreibung: Ein Junge mit einer Mundmaske und hinter ihm ist ein Klassenraum von einer Schule zu sehen.
Foto: © Alexandra_Koch

Die beiden größten deutschen coronaeltern-Initiativen „Eltern in der Krise“ und „Familien in der Krise“ haben zusammen eine Online-Befragung unter 1300 Eltern schulpflichtiger Kinder durchgeführt und geben Familien so eine repräsentative Stimme in der aktuellen Entwicklung rund um steigende Infektionszahlen, Maskenpflicht und die Angst vor erneuten Schulschließungen.

Die #elterninderkrise wurde am 17. April 2020 gegründet, um in der aktuellen Krisensituation verstärkt auf die Bedürfnisse von Eltern und Kindern in Deutschland hinzuweisen und diese im konstruktiven Dialog mit Politikern und weiteren Entscheidungsträgern zu vertreten. Mittlerweile haben sich in der Gruppe knapp 14.000 Betroffene in den sozialen Medien organisiert. Auf einem digitalen Arbeitsplatz bringen sie Eltern und Experten zusammen und diskutieren und erarbeiten mögliche Lösungen in der aktuellen Situation. Entscheidungsträger sind ausdrücklich dazu eingeladen, sich hier inspirieren zu lassen und teilzunehmen.

Online-Befragung

„Die Zahlen machen sehr deutlich, dass die letzten Monate mit Homeschooling für den Großteil der Familien eine große Belastung waren, und vor allem, dass dies Folgen für die Bildung der Kinder hat“, so Sonja Alefi, Vorbildunternehmerin der Initiative des Wirtschaftsministeriums „Frauen unternehmen“ und Mit-Organisatorin der Befragung. „Die Materialien sowie die Technik waren oft unzureichend, und bereits jetzt hat fast die Hälfte der Kinder Lernlücken.“ Deshalb müssten erneute flächendeckende Schulschließungen verhindert werden bzw. eine der letzten Optionen sein. „Noch mal schaffen wir das nicht“, sagt Alefi und meint damit Eltern und Kinder.

Digitale Beschulung „mangelhaft“, Hygiene „mangelhaft“

Mit Blick auf den Herbst und die Eingrenzung des Infektionsgeschehens wollen die Befragten, dass die Fortführung der Beschulung oberste Priorität hat: 75 % wünschen sich den Regelbetrieb ohne flächendeckende Schließungen. Ein Stufenplan, bei dem wie in Bayern die Maßnahmen in Abhängigkeit vom allgemeinen Infektionsgeschehen verschärft werden, wird nur von einer kleinen Minderheit befürwortet. Erschreckend ist, dass über die Hälfte der Eltern angibt, ihre Kinder seien nicht digital beschult worden und hätten nur mit ausgedruckten Arbeitsblättern gearbeitet. Bereits jetzt sehen die befragten Eltern dadurch bei knapp der Hälfte der Kinder große oder sehr große Lernlücken. Zudem empfinden knapp 80 % der Eltern das Homeschooling als große Belastung. Und nur 14 % der Befragten sind der Meinung, dass ihr Kind durch das Homeschooling nicht belastet sei.

Auch beim Thema Maskenpflicht herrscht ein eindeutiges Bild: 80 % der Eltern lehnen Masken am Platz für ihre Kinder ab. Nur 3 % sehen ihre Kinder durch eine Maske im Unterricht nicht belastet. 58 % der Eltern lehnen Masken auch auf dem Schulhof ab. Die hygienischen Voraussetzungen an den Schulen bewerten Eltern als mangelhaft: Nur ein Viertel der Eltern ist der Meinung, dass die hygienischen Bedingungen an den Schulen ihrer Kinder den geltenden Standards entsprechen. Bei den Kritikpunkten geht es um so grundlegende Aspekte wie Seife und warmes Wasser.

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Schulen und Kitas dürfen nicht reflexartig das Erste sein, was wieder geschlossen wird

Mit Blick auf die vorsichtigen Aussagen des Bundeselternbeirates und einiger Landeselternbeiräte zum Regelbetrieb und deren Forderung nach einer strengen Maskenpflicht sagt Sonja Alefi: „Diese Aussagen entsprechen nicht der Haltung der Mehrheit der Eltern. Das zeigt unsere Umfrage ganz deutlich. Wir fordern daher: Bevor Schulen geschlossen werden, müssen erst andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens stark eingeschränkt werden. Der Schaden, der durch flächendeckende Schulschließungen bei einem Anstieg des Infektionsgeschehens entsteht, ist unverhältnismäßig groß! Auch vor dem Hintergrund, dass das Argument von Kindern als Pandemietreibern mittlerweile durch viele Studien und die Erfahrungen in anderen europäischen Ländern widerlegt wurde.“ Karline Wenzel von der Initiative „Eltern in der Krise“ fügt hinzu: „Wir tragen die Bekämpfung des Infektionsgeschehens aktuell auf dem Rücken einer ganzen Generation aus – das darf nicht sein. Die Zahlen zeigen: Bereits jetzt sind die Lernlücken von Schülerinnen und Schülern gravierend. Kinder sind Zukunftsträger und Eltern ihre Schatzmeister – ihnen muss endlich oberste Priorität eingeräumt werden.“ Und Helen Zeidler von der Initiative „Familien in der Krise“ erklärt: „Eltern und Kinder haben sich im Lockdown de facto selbst beschult! Digitaler Fernunterricht hat kaum stattgefunden. Das muss sich ab Herbst ändern. Es muss daher sehr schnell und massiv in die Digitalisierung investiert werden, damit der Staat sicherstellen kann, dass auch Kinder aus Risikogruppen zumindest zeitweise digital am Unterricht teilnehmen können.“

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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