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Kassenärztlichen Bundesvereinigung: Ärztemangel ist größte Herausforderung für Gesundheitssystem

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske im OP Saal.
Foto: © Stefan Schranz

Bei der Bevölkerung ist die Zufriedenheit mit den niedergelassenen Ärzten weiterhin hoch. Die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat dazu eine Versichertenbefragung veröffentlicht, danach bewerten 91 Prozent aller Befragten ihr Vertrauensverhältnis zum letztbesuchten Arzt als "gut" (38 Prozent) oder "sehr gut" (53 Prozent).

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung teilt zur Versicherungsbefragung mit:

Die Befragung verdeutlicht die hohe Wertschätzung für die Arbeit der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte“, resümierte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. „Das Vertrauensverhältnis ist – wie auch in den Vorjahren – sehr hoch. 91 Prozent der Befragten bezeichnen es als gut oder sehr gut.“

Die Erhebung zeigt zudem sehr eindeutig, dass auch das Ergebnis bei der Frage nach zu langen Wartezeiten auf einen Arzttermin den guten Eindruck nicht schmälern kann. „Zusammengenommen 49 Prozent der Befragten – und damit etwas mehr als in den letzten Jahren – sagten, dass sie überhaupt keine Wartezeit in Kauf nehmen mussten, wenn es ganz allgemein um einen Termin ging“, konstatierte Gassen. Acht von zehn Befragten (80 Prozent) hat es demnach nicht zu lange gedauert, bis sie einen Termin bekamen (Vorjahr: 79 Prozent). Bei der Frage nach den größten Herausforderungen der Zukunft im Bereich Gesundheit und Gesundheitssystem spielt das Thema Wartezeiten/verfügbare Termine mit lediglich 3 Prozent fast keine Rolle.

„Zudem ist feststellbar, dass sich die Wartezeiten von gesetzlich und privat Versicherten – entgegen manchen Behauptungen – immer mehr angleichen“, so der KBV-Chef. Der Anteil der gesetzlich Versicherten, die ohne Wartezeit einen Termin bekamen, ist mit 31 Prozent (plus 2 Prozent) nahezu identisch mit dem Anteil der privat Versicherten mit 30 Prozent (± 0 Prozent).

„Sehr wohl als Problem erkannt wird hingegen der Ärztemangel“, verdeutlichte Gassen. Die knapper werdende „Ressource Arzt“ wird von den Befragten als eine der größten Herausforderungen für unser Gesundheitssystem in den nächsten Jahren genannt.

Von der Digitalisierung im Gesundheitswesen verspricht sich mehr als die Hälfte der Versicherten (51 Prozent) zwar grundsätzlich künftig Vorteile. Dennoch sehen viele der Befragten die Digitalisierung skeptisch: 39 Prozent befürchten, dass sich das Verhältnis von Ärzten und Patienten eher verschlechtert. „Der persönliche Kontakt sowie das persönliche Gespräch mit dem Arzt bleibt deshalb der Goldstandard und wird von Patienten auch so gewünscht“, sagte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. Die Empfehlung von Gesundheits-Apps möchten 58 Prozent der Smartphone-Nutzer unter den Patienten am liebsten von ihrem Arzt. KBV-Vize Hofmeister: „Auch das ist ein hoher Vertrauensbeweis für die Ärzte.“

Gefragt wurden die Versicherten auch zum Thema Impfen: Demnach gaben 67 Prozent aller Befragten an, dass ihr Impfschutz auf aktuellem Stand sei – im Detail 66 Prozent der Männer und 70 Prozent der Frauen. „Die Mehrheit der Befragten befürwortet einen umfassenden Impfschutz. Das ist ein wohltuendes Gegenbild zum lautstarken Erscheinungsbild sogenannter Impfgegner“, erklärte Hofmeister.

Für die Versichertenbefragung der KBV hat die Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH im Zeitraum vom 16. bis 25. März 2020 in Deutschland insgesamt 2.036 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger telefonisch befragt. Die Befragung findet seit 2006 regelmäßig statt.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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