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Besondere Rolle für Pflegeexpert/innen Schmerz – nicht nur in Krisenzeiten

Bildbeschreibung: Ein Mann der massiert wird am Rücken von einer Frau.
Foto: © Angelo Esslinger

An vielen Stellen wird das Gesundheitswesen derzeit vor große Herausforderungen gestellt. Die Sorge vor Ansteckung und die drastischen Kontakteinschränkungen sind speziell für Menschen mit akuten wie auch chronischen Schmerzen ein großes Problem. „Die Pflegenden sind ganz nah am Patienten. Sie beraten, leiten an, geben Tipps für hilfreiche nichtmedikamentöse Maßnahmen wie gezielte Bewegungs- und Entspannungsübungen, Wärme- oder Kälteanwendungen. Vor allem aber geben sie Sicherheit“, erklärt Ruth Boche, Sprecherin der Fachgruppe Pflegeexperten Schmerz im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) e.V. Und weiter: „Der Erfolg einer Schmerzbehandlung hängt ganz wesentlich von der Kompetenz der Pflegenden ab.“



Das unterstreicht die Forderung, die Akademisierung spezialisierter pflegerischer Expert/innen mit Hochschulabschluss voranzutreiben. Die Erfahrungen in der Pandemie müssen zudem in umfassendere Konzepte zur Verbesserung der Behandlungssituation von Schmerzpatient/innen einfließen. So fordern die Pflegeexperten Schmerz, dass das Thema Tele-Nursing – also Videokonferenzen zwischen Schmerzpatient/innen und Pflegenden – auf die Agenda der Tele-Medizin gesetzt wird. Auch Aufbau und Verstärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung sind ein wichtiges Thema, denn speziell auch in der Schmerztherapie gehört die Vermittlung von Gesundheitskompetenz zu den elementaren Aufgaben der professionellen Pflege.

Bundesweit informieren und beraten am Aktionstag, den die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. gemeinsam mit Partnerorganisationen zum 9. Mal veranstaltet, Ärzt/innen und Pflegeexpert/innen Schmerz wieder per Telefon-Hotline zum Thema Schmerz. Auch die Mitglieder der DBfK-Fachgruppe beteiligen sich daran.

Autor: DBfK / © EU-Schwerbehinderung



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"Corona-Reihentestungen in Alten- und Pflegeheimen sind ein wichtiges Signal"

Bildbeschreibung: Ein Teströchen mit der Aufschrift Covid-19 Test.
Foto: © fernando zhiminaicela

Der Bayerische Ministerrat hat kürzlich beschlossen, regelmäßig Reihentestungen auf eine Infektion mit dem Corona-Virus für Beschäftigte in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen und in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen durchzuführen. Die Tests sind freiwillig und werden auch allen Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtungen angeboten. Bei Schutzmasken, Handschuhen und Schutzkitteln hat der Ministerrat entschieden, Notreserven zu schaffen, um auf eine mögliche zweite Welle von Infektionen mit dem Corona-Virus vorbereitet zu sein.

Der bayerische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Kai A. Kasri begrüßt diese Strategie: "Regelmäßige Tests und die Verfügbarkeit von persönlicher Schutzkleidung sind ein wichtiges Signal an alle Beschäftigten in der Pflege und Betreuung. Auch für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie für ihre Angehörigen ist die Entscheidung wegweisend. Denn auch diese wollen wissen, ob eine Infektion mit dem Corona-Virus vorliegt oder nicht." Es habe sich bereits gezeigt, dass mit der notwendigen Schutzkleidung und einem ausgewogenen Hygienekonzept besonders gefährdete Gruppen wirksam geschützt werden können.

"Die Bayerische Staatsregierung geht den richtigen Schritt und sollte auch weiterhin dem Infektionsschutz Vorrang geben", sagt Kasri. Gut sei, dass die Tests nun sicher finanziert würden. "Wir bitten allerdings darum, auch die Pflegebedürftigen und die Pflegekräfte in der häuslichen Versorgung und der Tagespflege einzubeziehen und dort ebenfalls eine Testmöglichkeit anzubieten." Auch wegen der Einsätze der Beschäftigten in unterschiedlichen Haushalten der Pflegebedürftigen müsse Gewissheit bestehen, ob und bei wem möglicherweise eine Infektion mit dem Corona-Virus vorliege.

Autor: bpa / © EU-Schwerbehinderung



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Der Pflegebevollmächtigte rügt Verbesserungen bei Heimbesuchen an

Bildbeschreibung: Ein ältere Mann.
Foto: © Andre Ouellet

Andreas Westerfellhaus, den Pflegebevollmächtigten erreichen nach eigen Worten „erschütternde Briefe“ über Besuchsbeschränkungen in Pflegeheimen. Westerfellhaus erklärte in Berlin gestern am 29 Mai 2020, das die eingeschränkte Besuchssituationen gravierende physische und psychische Folgen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen haben, wie er aus den Briefen erfahre. "Für meinen Partner hat das nichts mit Menschenwürde zu tun", zitierte der Pflegebevollmächtigte aus einem Schreiben.

So heißt es darin es gebe viel "Traurigkeit und Verzweiflung darüber, wo ein freiheitsliebender Mensch am Ende seines Lebens stehen kann, unter der Maßgabe, dass der Staat ihn schützen will." Der Pflegebevollmächtigte fordert die Pflegeeinrichtungen und Kommunen auf, „flächendeckend angemessene Besuchsmöglichkeiten umzusetzen". Hierzu sollen die Gesundheitsminister der Länder den Einrichtungen nicht nur die notwendigen rechtlichen Spielräume eröffnen, sondern auch ihnen pragmatische Handlungsempfehlungen zur Verfügung stellen.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) ist überzeugt das mit umfassenden Coronatests bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Bewohnerinnen und Bewohnern sich die Sicherheit in stationären Pflegeeinrichtungen erhöhen lässt. "Mit flächendeckenden Testungen bekommen wir eine verlässliche Momentaufnahme. Bei wiederkehrenden Tests könnte sehr viel genauer als bisher reagiert werden", sagt der bpa-Landesvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern Michael Händel.

Gesundheitsminister Harry Glawe hatte angekündigt, landesweit freiwillige Tests in Pflegeeinrichtungen zu ermöglichen. "Das begrüßen wir sehr. Die Tests bringen Klarheit über die Situation und geben Pflegenden und Bewohnern Sicherheit", lobt Händel. "Erfahrungen aus dem Saarland zeigen, dass die Akzeptanz solcher Tests unter Pflegenden und Senioren sehr hoch ist."

Mit den Tests und dem fundierten Überblick über das Infektionsgeschehen sei auch eine wichtige Voraussetzung für eine Bewertung einer möglichen Öffnung der Heime erfüllt, so Händel. "Mit regelmäßigen Tests wären wir in der Lage, die Auswirkungen einer Lockerung der Besuchsbeschränkungen sichtbar zu machen. Die Verantwortlichen in den Pflegeheimen haben mit großer Sorgfalt Infektionen möglichst verhindert. Es darf nun nicht der Eindruck entstehen, die sehr erfolgreichen Schutzmaßnahmen würden nicht mehr von allen Beteiligten für notwendig gehalten."

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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Homeschooling – Herausforderung für Klein und Groß

Bildbeschreibung: Ein Mädchen am Laptop.
Foto: © Annie Spratt

74 Prozent der 6- bis 18-Jährigen sitzen seit Beginn der Corona-Krise daheim häufiger oder länger vor dem Computer, Laptop oder Tablet als davor. Bei den 15- bis 18 Jährigen liegt das Plus sogar bei 85 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Online-Lernplattformen werden von jedem vierten Heranwachsenden stärker genutzt als sonst, unter den 12- bis 14-Jährigen sogar von knapp jedem Dritten (31 Prozent).

Ein wesentlicher Grund für die stark gestiegenen Onlinezeiten ist das Homeschooling, das Schüler ebenso wie ihre Eltern noch länger begleiten wird. Denn wann hiesige Schulen vom Unterricht im Schicht- zum Regelbetrieb zurückkehren, ist offen. Daher gehören sie vorerst weiter zum Familienalltag: zahlreiche Mails der Lehrer an ihre Schüler mit immer neuen Lerninhalten für Mathe, Bio oder auch Deutsch. Nicht alle Kinder und Jugendlichen erledigen die Schulaufgaben ohne zu murren. Und so sehen sich viele Mütter und Väter gezwungen, in die Rolle des Motivationscoach und Ersatzlehrers zu schlüpfen. „Neben dem Beruf und den Herausforderungen des Alltags wussten Eltern ihre Kinder in der Schule meist gut aufgehoben“, sagt KKH-Psychologin Franziska Klemm. „Die Betreuung des Lernalltags zu Hause ist eine ganz neue Situation, die für alle Beteiligten herausfordernd und oft auch nervenaufreibend sein kann.“ Das kann zu Stress führen, der bekanntlich ungesund für Körper und Seele ist. Wie kann es Familien gelingen, Homeschooling ohne Streit in den Ausnahme-Alltag zu integrieren?

Tipp Nr. 1: Nobody is perfect – Kein Lernen auf Knopfdruck

Wer kennt das nicht? An manchen Tagen sind wir sehr aufnahmefähig, an anderen scheint unser Gehirn verknotet zu sein. „Lernen klappt wie die meisten Dinge nicht auf Knopfdruck, schon gar nicht in der aktuellen Situation“, erklärt Franziska Klemm. Eltern tun gut daran, sich nicht als Lehrerersatz zu verstehen, sondern als Lernbegleiter. „Versuchen Sie nicht, perfekt zu sein, und verlangen Sie das auch nicht von Ihrem Kind. Zu viel Druck erhöht meist die Blockade und führt in eine Sackgasse.“

Tipp Nr. 2: Strukturen wirken Wunder – Lernzeiten begrenzen

Morgens ausschlafen, spät frühstücken, mittags die erste E-Learning-Einheit vornehmen: Für manch einen klingt das verlockend. In der Tat ist es ein Vorteil von Homeschooling, dass vor allem ältere Schüler selbst festlegen können, wann sie mit dem Lernen starten. Doch für Groß wie Klein ist ein strukturierter Alltag wichtig, um sich zu disziplinieren und das Aufgabenpensum daheim zu bewältigen. Dazu gehören feste Arbeits- und Pausenzeiten. „Beim Lernen zu Hause gibt es keinen so eindeutigen Stundenplan. Das erhöht die Anforderungen, und hier brauchen besonders jüngere Kinder viel Unterstützung“, so die Expertin. „Teilen Sie die Lerneinheiten in kürzere Etappen und lassen Sie Ihr Kind auswählen, in welcher Reihenfolge Aufgaben erledigt werden. Das erhöht die Motivation und mindert Stress.“

Tipp Nr. 3: Bewegte Lernpausen machen Kinder schlau

Werden Kinder beim Homeschooling unruhig oder müde, haben sie keine Lust mehr und sind unkonzentriert, ist es Zeit für eine Pause. „Ideal sind Bewegungspausen möglichst an der frischen Luft oder bei geöffnetem Fenster“, regt Klemm an. „Auch für Eltern sind solche Pausen gesund, und gemeinsam macht Bewegung doppelt Spaß.“ Funktionieren Sie beispielsweise einen Papierkorb in einen Basketballkorb um, knüllen Zeitungspapier zu kleinen Bällen und ziehen eine Trennlinie. Dann geht’s los: Wer erzielt die meisten Korbtreffer? Immer daran denken: Regelmäßige Bewegung ist lebenswichtig. Sie entlastet den Körper, lockert Muskeln und Gelenke und macht fit. Obendrein steigert sie die Konzentration und damit Lerneffekte. Am Wochenende sollten das Homeschooling pausieren und die Tage zur Entspannung anders strukturiert sein.

Tipp Nr. 4: Auf zur digitalen Entdeckungsreise

Für 93 Prozent aller Eltern ist es laut der Forsa-Umfrage vollkommen in Ordnung, dass ihr Kind zwischen 6 und 18 Jahren digitale Medien seit Corona stärker nutzt. Sie erkennen die Chancen digitaler Medien als Informationsquelle, Brücke zur Schule und zu Freunden. Tipp von Psychologin Klemm: „Nutzen Sie die gemeinsame Zeit außerhalb des Lernens und Arbeitens auch dazu, um mit Ihrem Kind gemeinsam im Internet unterwegs zu sein. Schauen Sie zum Beispiel Kindernachrichten oder lassen Sie sich von Ihrem Kind die Lieblingsinternetseite zeigen, und reden Sie im Anschluss über das Erlebte. Das fördert die Meinungsbildung und einen reflektierten Medienumgang Ihres Kindes.“

Autor: KKH / © EU-Schwerbehinderung



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VdPB: Pflegeprämie darf die Berufsgruppe nicht auseinanderdividieren

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske und neben ihr rechts sind drei 500 Euroscheine.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Mit dem zweiten COVID-19-Bevölkerungsschutzgesetz haben Bundestag und Bundesrat den Weg freigemacht für eine bundesweite Pflegeprämie von 1000 Euro, die von den Bundesländern oder Arbeitgebern um weitere steuerfreie 500 Euro aufgestockt werden kann. Doch sie kommt nicht etwa allen Pflegefachpersonen zugute, sondern ist auf die Langzeitpflege beschränkt. Während also Pflegende und Mitarbeitende in ambulanten Diensten und Pflegeheimen für ihren außergewöhnlichen Einsatz während der Corona-Pandemie mit der Zusatzzahlung belohnt werden, gehen Pflegende aus Krankenhäusern leer aus.

Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) sieht darin eine nicht hinzunehmende Ungleichbehandlung der beruflich Pflegenden und warnt davor, die Berufsgruppe durch die Prämie auseinanderzudividieren. „Auch wenn sich der Bund dieses Mal bemüht hat, die Finanzierungsdebatte schnell zu beenden, können wir als Vereinigung der Pflegenden in Bayern mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein“, erklärt VdPB-Präsident Georg Sigl-Lehner. Es könne nicht angehen, dass Pflegefachpersonen, die sich in den Kliniken den Herausforderungen der Pandemie ebenfalls mit überdurchschnittlichem Einsatz gestellt hätten, ohne Bonus nach Hause gehen, während ihre Kolleginnen und Kollegen der Langzeitpflege ein finanzielles Extra bekommen.

„Wir sind in dieser Angelegenheit mit den Pflegekammern anderer Länder und dem Deutschen Pflegerat absolut auf einer Linie: Eine Gleichbehandlung der Pflegenden aller Bereiche ist eine Mindestanforderung an die geplante Prämienzahlung. Die Anerkennung muss der gesamten Profession Pflege gelten. Hier sollte der Bund dringend nachbessern. Der bayerische Pflegebonus unterscheidet schließlich auch nicht nach Einsatzort“, so Sigl-Lehner. Abgesehen davon sei es ein seltsames Signal an die Gesellschaft, nur einem Teil der Berufsgruppe eine Prämie zu zahlen.

„Auf der einen Seite führt man mit großem Aufwand die Ausbildung in den bisherigen drei Pflegeberufen zu einer zusammen, auf der anderen Seite trennt man die unterschiedlichen Pflegesettings punktgenau, wenn es ums Geld geht. Nicht nur, dass es die Prämie wie ein schlichtes Trostpflaster aussehen lässt, es kommt in der öffentlichen Wahrnehmung auch als widersinnig an, wenn die Leistung von Pflegenden ohne erkennbaren Grund unterschiedlich bewertet wird“, unterstreicht der VdPB-Präsident die Kritik.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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Pflegende erhalten kostenfreie Psychotherapeutische Beratung

Bildbeschreibung: Eine Frau die mit einen Smartphone telefoniert.
Foto: © Karolina Grabowska

Psychotherapeuten bieten allen beruflich Pflegenden ab sofort eine kostenfreie Telefonberatung an. Extrem hohe Arbeitsbelastung, unzureichende Schutzmaterialien, schwer erkrankte und isolierte Menschen sowie ethische Entscheidungen können beim medizinischen Personal unerträglichen Druck aufbauen. Jetzt können Pflegende über die Internetplattform www.psych4nurses.de kurzfristig und bundesweit eine 30-minütige kostenfreie telefonische Beratung in Anspruch nehmen.

„Pflegende brauchen in schwierigen Zeiten schnell und unkompliziert psychosoziale Unterstützung, um mit Grenzerfahrungen umgehen zu können“, lobt die niedersächsische Pflegekammerpräsidentin Nadya Klarmann das ehrenamtliche Angebot der Psychotherapeuten. Psychische Belastungen bedingt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie können in allen Bereichen der Pflege entstehen. „Häufig ist es die Angst, sich selbst oder Familienmitglieder anzustecken oder das Gefühl, durch permanente Überlastung keine gute Pflege leisten zu können“, so Klarmann.

Mitarbeitende in der ambulanten Pflege können genauso betroffen sein wie das Personal in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Rehakliniken oder in der Kinderkrankenpflege. Insbesondere die mangelnde Versorgung mit Schutzmaterialien hat Pflegende in den vergangenen Monaten immer wieder vor große Belastungen und schwierige Entscheidungen gestellt. Dazu kommen Konflikte durch ungenügende Personalausstattung oder mit Angehörigen von Patienten und Bewohnern, die ihre Angehörigen aufgrund von Kontaktbeschränkungen nicht besuchen dürfen.

Das telefonische Hilfsangebot geht zurück auf eine Initiative des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK), Regionalverband Nordwest und der Bundespsychotherapeutenkammer. Die Schirmherrschaft haben die Bundespflegekammer und der Deutsche Pflegerat übernommen.

Der DBfK teilt in einer Pressemitteilung zur kostenfreie Psychotherapeutische Beratung mit:

Beruflich Pflegende sind während der aktuellen Corona-Pandemie vielfach ganz besonderen psychischen Belastungen ausgesetzt“, erläutert Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK). „Obwohl fast überall eine Überlastung vorhandener Ressourcen bisher insgesamt erfolgreich vermieden werden konnte, durchlebten viele beruflich Pflegende in ambulanten Diensten, Heimen und Krankenhäusern Extremsituationen psychischer Belastung – und tun dies nach wie vor. Ich danke unserem Regionalverband DBfK Nordwest für seine Initiative und den Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten für ihr großzügiges Angebot.“

„Mit der neuen bundesweiten Telefonberatung wollen wir beruflich Pflegende während der Coronakrise kurzfristig und professionell unterstützen, erklärt Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer. „Die Beratung, die die Psychotherapeut*innen anbieten, ist ehrenamtlich.“ „Es zeugt von einem großen Engagement der beteiligten Berufsgruppen, wie sie sich gegenseitig in Krisenzeiten unterstützen“, betont Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats und Sprecher der Bundespflegekammer.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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Bernd Meurer: Abstand, Hygienekonzepte und Schutzkleidung schützen pflegebedürftige Menschen

Bildbeschreibung: Ein Mann mit Mundmaske und einen Ordner auf dem Covid-19 steht.
Foto: © fernando zhiminaicela

Sichere Schlagzeilen im Überbietungswettbewerb der Ministerpräsidenten rechtfertigen keineswegs, dass die überaus erfolgreichen Anstrengungen zum Schutz pflegebedürftiger Menschen ins Belieben jedes Einzelnen gestellt werden. Wer nun wie Herr Ramelow als thüringischer Ministerpräsident bindende Schutzvorschriften durch Appelle an die Vernunft ablösen will, ignoriert die besondere Gefährdung der pflegebedürftigen Menschen und sendet das absolut falsche Signal an deren Angehörige. Dass schon ein einziger Kirchenbesuch zu erheblich höheren Infektionsraten als in jedem Pflegeheim führen kann, ist alles andere als ein Grund zur Entwarnung.

bpa-Präsident Bernd Meurer: "Mit Abstand, umfangreichen Hygienekonzepten und einer schnellen flächendeckenden Ausstattung unserer Mitgliedsbetriebe mit der notwendigen zusätzlichen Schutzkleidung haben wir überaus erfolgreich die von einer Infektion besonders gefährdete Gruppe der pflegebedürftigen Menschen schützen können. Der Verzicht auf bindende Vorschriften ist auch mit Blick auf die notwendige Akzeptanz der momentanen Schutzmaßnahmen bei den Beschäftigten ein aus pflegerischer Sicht falscher Weg. Die Erfolge der Pandemiebekämpfung dürfen in Thüringen nicht Opfer des politischen Kalküls werden."

Autor: bpa / © EU-Schwerbehinderung



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Pflegepersonaluntergrenzen: Gut gemeint, bislang schlecht gemacht

Bildbeschreibung: Eine Pflegerin.
Foto: © Jonathan Borba

Die Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG) in den Krankenhäusern sind seit 4 März 2020 pandemiebedingt vorläufig ausgesetzt, die Pflegepersonalbemessung ist seitdem willkürlich. Was die Politik als wichtiges Instrument zur Stärkung des Pflegepersonals und der Patientensicherheit in den Kliniken ab 1. Januar 2019 eingeführt hatte, wurde mit Beginn der Krise als verzichtbar eingestuft.

Bis zur Aussetzung konnten allerdings in allen Krankenhäusern bereits die Auswirkungen der PpUG beobachtet werden und es zeigte sich schon früh, dass die angekündigten Verbesserungen für alle Betroffenen weitestgehend ausblieben.

Im letzten Quartal des 1. PpUG-Jahres, vom 1. Oktober bis 30. November 2019, hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) eine Online-Umfrage unter beruflich Pflegenden aus den Krankenhäusern durchgeführt. Die ausgewerteten Antworten werden jetzt unter dem Titel „Ziel erreicht? Ergebnisse einer Online-Umfrage zu Effekten der Pflegepersonaluntergrenzen im Krankenhaus“ veröffentlicht. Wir wollten wissen, welche Effekte im täglichen Pflegealltag spürbar werden und wie die Betroffenen sie einschätzen und bewerten.

Knapp 1000 Antworten konnten ausgewertet werden. Das Meinungsbild zeigt deutlich, dass die Umsetzung der PpUG vielfach zu mehr negativen als positiven Effekten geführt hat und keineswegs mehr Patientensicherheit, Versorgungsqualität oder Mitarbeiterzufriedenheit garantiert. Stattdessen kam es zu gestiegenem Dokumentationsaufwand und Verschiebungen von Personal und Patient/innen.

„Auf dem verordnet niedrigen Niveau und begrenzt auf bestimmte Teilbereiche können die PpUG keine Patientensicherheit gewährleisten oder die Pflegenden vor Überlastung schützen. Dass in vielen PpUG-Bereichen Pflegefachpersonal aufgestockt werden musste, um die Vorgaben zu erfüllen, zeigt aber, dass Untergrenzen wirken. Besonders deutlich wird dadurch, wie schlecht die Personalausstattung vorher gewesen sein muss. Und immer wieder wurde in der Einrichtung kein Pflegepersonal aufgestockt, sondern nur verschoben. Die von der Politik versprochenen Verbesserungen verpuffen“, erklärt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein.

„Ohne ein verbindlich anzuwendendes Pflegepersonalbemessungsinstrument, das auch als Referenzsystem für Personaluntergrenzen verwendet wird, ändert sich an der kritischen Situation der professionell Pflegenden in den Krankenhäusern nichts. Eine verbindliche Personalbemessung muss umgehend eingeführt werden. Die Vorschläge dazu liegen auf dem Tisch. Und mit der Rückkehr zur Normalität in den Krankenhäusern müssen jetzt auch umgehend die Schutzregelungen für Arbeitszeit und Personaluntergrenzen wieder eingesetzt werden.“

Autor: DBfK / © EU-Schwerbehinderung



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Die große Deutschland-Helfer Aktion - Hilfsaktion erfolgreich gestartet

Bildbeschreibung "Deutsche Helfer Aktion" Plakatbild
Foto: © jobmatch/EU-Schwerbehinderung

Eine vom Bundesgesundheitsministerium empfohlene Aktion "Deutschland-Helfer-Aktion" scheint zu einem großen Erfolg zu werden. Innerhalb von 8 Wochen haben sich über 2500 Pflegekräfte auf der Suche nach einem passenden Einsatzort angemeldet. Über 116 Einrichtungen und Krankenhäuser haben an der Aktion teilgenommen.

Hilfsbereitschaft von Pfleger*innen überwältigend

Die große Deutschland-Helfer Aktion wurde überwiegend in sozialen Medien platziert, wo sie sehr schnell auf großes Interesse gestoßen ist. “Wir haben gehofft, möglichst vielen Menschen helfen zu können. Dass wir jedoch über 2.500 Anmeldungen von Helfern haben würden, hat uns überwältigt”, so Daniel Stancke, Gründer von JOBMATCH.ME. Durch das automatisierte Matching ist es möglich, die große Anfrage schnell und effizient zu bearbeiten und in wenigen Minuten passende Arbeitsbeziehungen zu finden. “Es war uns als Unternehmen wichtig, in dieser Krise schnell und kostenlos unsere Bewerber-App zur Verfügung zu stellen. Dafür hat sich das gesamte Team auch außerhalb der regulären Arbeitszeit engagiert. Wir hoffen, dass wir so einen kleinen Beitrag zur Bewältigung der Herausforderung geleistet haben”, so Stancke weiter.

Diakonie Bethanien: Dank Hilfsaktion dringend benötigte Fachkraft eingestellt

Auch die Diakonie Bethanien in Solingen hat an der Aktion teilgenommen. „Wir freuen uns, dass wir mit JOBMATCH.ME innovative Möglichkeit nutzen können, Mitarbeitende für die Diakonie Bethanien zu gewinnen. Durch den Profil-Vergleich liegen die Erwartungen, die wir als Arbeitgeber haben, bereits sehr nah an den Bedürfnissen der Bewerber. Das spart sowohl uns als auch den Bewerbern Zeit und bietet uns die Möglichkeit den Rekrutierungsprozess noch effizienter zu gestalten und Enttäuschungen zu vermeiden.“, so Peggy Evertz (Personalentwicklerin, Diakonie Bethanien). Neben der Diakonie Bethanien haben auch viele weitere Träger an der Aktion teilgenommen, wie AWO, Bethel und das Deutsche Rote Kreuz.

Jobmatching: Mit Algorithmen passende Arbeitsbeziehungen finden

Die Hilfsaktion wurde von dem JOBMATCH.ME ins Leben gerufen. Das Startup ist spezialisiert auf das Finden passender Arbeitsbeziehungen mittels künstlicher Intelligenz, sogenanntes Jobmatching. Speziell für Fachkräfte entwickelt, digitalisiert es den Recruiting-Prozess und macht Bewerbungsschreiben und Lebensläufe überflüssig. Im Matching werden in der Bewerber-App automatisch Wünsche und Anforderungen auf der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite miteinander abgeglichen und die bestmögliche Passung gefunden. “Wir erheben nicht nur formale Kriterien wie Gehalt, Arbeitszeiten und Erfahrung, sondern auch Wünsche an die Firmenkultur wie selbständiges Arbeiten oder den Umgang mit Feedback. So ist unser Matching multidimensional und berücksichtigt psychologische Komponenten.”, so Stancke. Der intelligente Algorithmus hinter dem Matching wurde gemeinsam mit Psychologen entwickelt und ist speziell für das Gesundheitswesen optimiert. Das Hamburger Startup JOBMATCH.ME hat sich entschlossen, während der Corona-Krise pro bono zu arbeiten und ihre Bewerber-App, sowie den Matching-Algorithmus kostenlos für systemrelevante Einrichtungen zugänglich zu machen.

JOBMATCH.ME Gesundheit hilft weiterhin

Das Startup engagiert sich über die Hilfsaktion hinaus dafür, dass Arbeitnehmer schnell und einfach über die JOBMATCH.ME Bewerber-App den passenden Arbeitgeber finden. Die große Deutschland-Helfer Aktion läuft noch bis Ende Mai, für Arbeitnehmer ist das Matching grundsätzlich kostenlos.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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Der Pflegebeauftrage will mehr Handlungsfreiheit für Pflegekräfte

Bildbeschreibung: Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus.
Foto: © Pflegebevollmächtigter, Fotograf Holger Gross

Andreas Westerfellhaus, der Pflegebeauftrage der Bundesregierung fordert für die Pflegekräfte mehr Befugnisse. Nicht länger als Assistenz der Ärzte dürfen die Pflegekräfte gesehen werden. Westerfellhaus sagte zu „Rheinischen Post“, der Beruf müsse attraktiver gemacht werden. „Wir werden das notwendige Personal nicht bekommen, wenn wir den Pflegekräften nicht endlich mehr Kompetenzen geben."

Er fordert das die Pflegekräfte stärker eigenständig handeln und auch Budgetverantwortung tragen dürfen. „Wir können nicht über Wertschätzung reden, wenn die Kompetenzen der gut ausgebildeten Pflegekräfte verschleudert werden, weil sie nicht nach ihren Fähigkeiten eingesetzt werden dürfen.“ Die Wundversorgung nannte er dabei als Beispiel. Im ambulanten Bereich seien die Pflegekräfte die ersten, die eine chronische Wunde sehen und diagnostizieren würden. Dabei seien sie fähig eine therapeutische Entscheidung zu treffen, etwa dass eine Wundauflage eingesetzt werden muss. Jedoch Leistungsrechtlich dürfen sie das aber nicht. Westerfellhaus fordert: „Das müssen wir ändern.“

Für die Besuchsmöglichkeiten mit Infektionsschutz Standard in Pflegeheimen nannte der Pflegebevollmächtigte in der „Rheinischen Post“ beispielsweise abgetrennte Besuchszonen, „in denen sich Pflegeheimbewohner und Angehörige in einem wohnlichen Umfeld durch eine Scheibe getrennt sehen können“. Hierdurch sollen auch Besuche in Zeiten von Infektionswellen und Pandemien möglich sein.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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Corona-Prämie für Pflegende in besonderen Wohnformen weiter denken!

Bildbeschreibung: Eine Pflegerin und eine ältere Frau.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Lebenshilfe NRW fordert Fachkräfte in den besonderen Wohnformen bei Corona-Prämie zu berücksichtigen. Sie leisten derzeit ebenfalls herausragende Arbeit. Die Corona-Prämie für Pflegende in der Altenhilfe ist auf dem Weg. Nach einem entsprechenden Beschluss übernimmt die Pflegeversicherung zwei Drittel der Zahlungen, ein Drittel wird von Ländern und Arbeitgebern beigesteuert. Nun haben sich die ersten Länder bereit erklärt, ihren Anteil zu leisten. Dies nimmt die Lebenshilfe NRW zum Anlass, nochmals an die Fachkräfte in den besonderen Wohnformen (Wohnstätten) für Menschen mit Behinderung zu erinnern.

Diese Fachkräfte, die Menschen mit Behinderung unterstützen und körpernahe Pflege leisten, sind in gleicher Weise herausgefordert: neben der unmittelbaren Pflege und Unterstützung, begleiten sie Menschen mit Behinderung, die zur Risikogruppe gehören und weder die Bedrohungen durch das Coronavirus noch die geforderten Hygieneregeln alleine bewältigen können. Daher sollten nicht nur in den Ländern Regelungen getroffen werden, mit denen diese Fachkräfte bei der Corona Prämie berücksichtigt werden, sondern bundeseinheitliche Rahmenbedingungen vereinbart werden. Hierbei sollte NRW vorangehen.

„Wir haben in den vergangenen Wochen erlebt, dass Fachkräfte in den besonderen Wohnformen herausragende Arbeit für die dort lebenden Menschen mit Behinderung geleistet haben. Alleine in den Einrichtungen des Landesverbandes habe ich erlebt, dass die Fachkräfte sich über alle Maßen zugunsten der Menschen, die sie täglich begleiten, engagiert haben. Diese in der Eingliederungshilfe tätigen Fachkräfte haben daher ebenso eine Corona-Prämie für diese schwere Arbeit verdient, wie die Kollegen aus den Alten- und Pflegeeinrichtungen. Die NRW-Landesregierung hat bereits zugesagt, sich an einer Prämie für die Angestellten der Alten- und Pflegeeinrichtungen zu beteiligen. Wir appellieren daher an NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann und die Abgeordneten des Landtages Nordrhein-Westfalen, sich im Bund dafür einzusetzen, dass mindestens auch Fachkräfte aus den besonderen Wohnformen mit einer bundesweiten Corona-Prämie bedacht werden. Sollte das nicht gelingen, muss Nordrhein-Westfalen Vorbild für weitere Bundesländer sein und selbst eine Corona-Prämie für diese Fachkräfte auflegen“, sagt Bärbel Brüning, Landesgeschäftsführerin der Lebenshilfe NRW.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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Die SPD will Pflegekräfte aus Osteuropa zurückholen

Bildbeschreibung: Eine Pflegerin und eine ältere Seniorin.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Eine Legalisierung illegal beschäftigter Pflegekräfte aus Osteuropa fordert die SPD-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen, die in den 24-Stunden-Pflege eingesetzt wurden. Josef, Neumann, der gesundheitspolitische Sprecher, sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post" am 18 Mai 2020: "Viele dieser Frauen, die im Zuge der Corona-Krise in ihre Heimat gefahren sind, dürfen auf Anordnung d­er dortigen Behörden nicht zurück oder scheuen die Rückkehr." Dabei hatte Neumann gewarnt, dass die betroffenen Familien auf die Schnelle keinen Ersatz bei den Agenturen oder den Pflegediensten vor Ort bekommen, denn diesen fehlten einfach die Kapazitäten. Weiter sagte Neumann: „Und viele Angehörige können sich das legale Angebot auch schlicht nicht leisten. Gerade deshalb haben sie ja den Weg der Schwarzarbeit gewählt."

"Wenn nun auf einen Schlag Zehntausende Menschen ohne Pflegekräfte dastehen, haben wir ein massives Problem, bei dem die Politik schnell handeln muss." Die Menschen müssen jetzt zügig in die Legalität geholt werden, fordert Neumann. „Das kann nur gelingen, wenn es eine Amnestie für die Familien und die Pflegekräfte gibt und wir anschließend ein System schaffen, in dem sie ordnungsgemäß angestellt sind, ohne die Familien finanziell zu überfordern." Die Landesregierung müsse sich nun beim Bund dafür einsetzen. Zudem brauche es dringend eine Lösung auf europäischer Ebene. Die Linke und FDP begrüßen den Vorstoß der SPD.

Der Sozialverband VdK hatte auch Ende April darauf aufmerksam gemacht, das viele Pflegende Angehörige gerade in der Corona-Krise alleine da stehen, weil die Osteuropäischen Pflegekräfte nicht mehr einreisen können.

Der Sozialverband VdK fordert in einem Schreiben die Regierung auf in der Corona-Krise für die berufstätigen pflegenden Angehörigen ähnliche Regelungen wie für Eltern. In dem offenen Brief von Verena Bentele, die VdK-Präsidentin an den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Familienministerin Franziska Giffey (SPD) heißt es, Sie benötigten eine Lohnersatzleistung und einen Anspruch auf Freistellung von der Arbeit, wie die „Rheinische Post“ (Donnerstagsausgabe) darüber berichtete. Zudem müssten Pflegende Angehörige in systemrelevanten Berufen einen Anspruch auf „Notbetreuung“ ihrer pflegebedürftigen Familienmitglieder in der Tages- oder Kurzzeitpflege haben.

"Die Tagespflegen sind geschlossen. Ambulante Pflegedienste und Assistenzkräfte für Menschen mit Behinderung sind teils selbst unter Quarantäne. Betreuungskräfte aus Osteuropa reisen nicht mehr ein. Pflegeheime haben teils einen Aufnahmestopp", heißt es laut dem Bericht der „Rheinischen Post“ in dem Schreiben. Wegen dieser Umstände müssten viele Angehörige zurzeit Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft komplett alleine tätigen. Somit sei eine Erwerbstätigkeit nicht mehr möglich, nicht nur zeitlich, sondern auch um das Risiko für die Pflegebedürftigen zu senken. Darum müsse es die Möglichkeit einer Freistellung und Lohnersatzleistung geben.

Die Corona-Pandemie ist für pflegebedürftiger Menschen eine sehr große Belastung. Sie müssen geschützt werden vor das Coronavirus, sie gehören zur Risikogruppe. Die Menschen die es besonders betrifft sind die etwa 4,7 Millionen pflegenden Angehörigen in Deutschland. Ohne die Angehörigen wäre die Versorgung der etwa 2,6 Millionen pflegebedürftigen Menschen, die zuhause leben, nicht zu schaffen. Die Situation durch das Coronavirus fordert die pflegenden Angehörigen derzeit besonders stark heraus.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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Diakonie Deutschland und DEKV: Leistungen während der Ausbildungszeit müssen in die Prüfungsnoten einfließen

Bildbeschreibung: Eine Mann und eine Frau mit in einem Labor mit Schutzbrille.
Foto: © RAEng_Publications

Der Referentenentwurf einer Ausbildungs- und Prüfungsverordnung über die Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin und zum Anästhesietechnischen Assistenten und über die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin und zum Operationstechnischen Assistenten ist ein wichtiger Schritt zur bundeseinheitlichen Ausbildung und Anerkennung dieser Berufsgruppe.

„Rund 80 Prozent der evangelischen Krankenhäuser engagieren sich in der Ausbildung von Fachkräften im Gesundheitswesen. Dabei ist es uns ein Anliegen, unseren Mitarbeitenden eine Perspektive für eine lebenslange berufliche Qualifizierung zu bieten. Das ist auf Grundlage des nun vorliegenden Entwurfs, den wir sehr begrüßen, möglich. Aus unserer Erfahrung als Ausbildungsträger heraus und mit dem Bestreben, die Ausbildungs- und Prüfungsverfahren in den Gesundheitsberufen zu vereinheitlichen, haben die Diakonie Deutschland und der DEKV in einer gemeinsamen Stellungnahme Änderungen vorgeschlagen. Diese betreffen unter anderem die Notenfindung: Wir fordern, dass die Leistungen während der Ausbildungszeit in Form einer Vornote zu 25 Prozent in die Endnote einfließen müssen. Dies führt zu einer umfassenderen und gerechteren Bewertung und bildet den Ausbildungserfolg verlässlicher ab als die Gesamtnote aus den mündlichen und praktischen Prüfungsleistungen. Bei der Bildung dieser Noten halten wir es darüber hinaus für wichtig, dass sie in Abstimmung zwischen den Fachprüfenden und dem oder der Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gebildet werden. Dadurch und durch eine einheitliche Notendefinition werden die Prüfungsverfahren in den Gesundheitsberufen analog zur Pflegeausbildung weiter vereinheitlicht“ erklärt Christoph Radbruch, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes (DEKV).

Verzahnung von Theorie und Praxis fördern

Gute Praxisanleitung ist eine zentrale Voraussetzung für eine gelingende Ausbildung. Daher danken die Diakonie Deutschland und der DEKV dem Bundesgesundheitsministerium, dass die Anregung aus ihrer Stellungnahme zum Referentenentwurf des Gesetzes über die Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin und zum Anästhesietechnischen Assistenten (ATA) und über die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin und zum Operationstechnischen Assistenten (OTA) aufgegriffen und der Umfang der Praxisanleitung auf 15 Prozent erhöht wurde. Der aktuelle Referentenentwurf sieht vor, dass diese Praxisanleitung durch Personen erbracht werden kann, die berechtigt sind, die entsprechende Berufsbezeichnung zu führen. Die Diakonie Deutschland und der DEKV fordern, die Praxisanleitung auch auf Pflegefachkräfte auszuweiten, die eine entsprechende Fachweiterbildung absolviert haben. Eine Bestandsschutzregelung ist hier nicht ausreichend.

Auch bei der Praxisbegleitung müssen die Vorgaben für die Praxisbesuche konkreter gefasst werden: Hier müssen insgesamt sechs Besuche stattfinden: Mindestens drei sollten auf den Orientierungseinsatz und die allgemeinen Pflichteinsätze entfallen, zwei auf die Wahlpflichteinsätze und mindestens ein Besuch sollte während der Gesamtzeit der Pflichteinsätze stattfinden.

Versorgungsmodelle der Krankenhäuser berücksichtigen

Der Einsatz im Nachtdienst ist wichtig, um die Auszubildenden ab dem zweiten Ausbildungsjahr an diese besondere berufliche Situation heranzuführen. Die Diakonie Deutschland und der DEKV begrüßen, dass dies nur unter unmittelbarer Aufsicht stattfinden soll. Um den Versorgungsmodellen in den verschiedenen Krankenhäusern gerecht zu werden, fordern sie jedoch, die Vorgaben dahingehend zu erweitern, dass der entsprechende Ausbildungsteil sowohl im Nachtdienst als auch im Bereitschafts- oder Rufdienst stattfinden kann. So können Auszubildende diesen Ausbildungsteil auch an den Krankenhäusern absolvieren, deren Versorgungsmodell keine Nachtdienste vorsieht. Das ist im Sinne der Auszubildenden, da sie sich für diese herausfordernde Situation nicht noch zusätzlich auf ein neues und ungewohntes Arbeitsumfeld in einem anderen Krankenhaus einstellen müssen.

„Wir begrüßen sehr, dass mit dem geplanten Gesetz ein weiterer Schritt zur Umsetzung einer modernen und kompetenzorientierten Ausbildung getan wird. Und wir danken dem Bundesgesundheitsministerium für eine zügige Gesetzesinitiierung. Eine zeitnahe Verabschiedung gibt unseren Schulen und ausbildenden Krankenhäusern ausreichend Zeit, die neue Ausbildung bis zu ihrem Start am 1. Januar 2022 umfassend vorzubereiten und die Neuerungen konsequent umzusetzen“, betont Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik Diakonie Deutschland.

Autor: DEKV / © EU-Schwerbehinderung



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"Es braucht Attraktive Anreize und Flexible Regelungen Statt Dienstverpflichtung"

Bildbeschreibung: Eine Pflegerin.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Ein Gesetzentwurf der Landtagsfraktionen von CDU/SPD in Niedersachsen sieht vor, Pflegekräfte bei künftigen Epidemien möglicherweise zum Dienst zu verpflichten, um sich an den erforderlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der bedrohlichen Krankheit zu beteiligen.

Wie sehen das Pflegefachpersonen selbst? Gibt es bessere Vorschläge? Wir haben darüber mit Dennis Beer aus der Kammerversammlung der Pflegekammer Niedersachsen gesprochen. Der Gesundheits- und Krankenpfleger arbeitet auf einer neurologischen Station im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg. Beer ist Mitglied der Mitarbeitervertretung. Im Pflegekammer-Interview warnt er eindringlich vor einer Dienstverpflichtung für Pflegefachpersonen. In einer Pressemitteilung hat sich die Pflegekammer Niedersachsen sich zur Zwangsverpflichtung in der Pflege geäußert:

Herr Beer, was halten Sie von der Idee, Pflegende aufgrund einer Epidemie zum Dienst zu verpflichten?

Dienstverpflichtungen bei gleichbleibenden Arbeitsbedingungen wird die Kolleg*innen aus dem Beruf treiben. Eine solche Regelung wäre ein massiver Eingriff in die Persönlichkeits- und Berufsrechte der Menschen in Niedersachsen. Ich halte sie auch verfassungsrechtlich für höchst bedenklich. Hier kann es nur freiwillige Lösungen geben. Es braucht attraktive Anreize und flexible Regelungen statt Dienstverpflichtung. Ein solcher Vorschlag ist ein Affront gegenüber allen Beschäftigten, die schon der gegenwärtigen Corona-Pandemie über alle Maßen bereit sind, das System am Laufen zu halten. Die Idee, Kolleg*innen zu verpflichten, würde am Ende eine zusätzliche Belastung bedeuten, da diese wenig motiviert ihre Arbeit aufnehmen würden. Aus Gesprächen mit Kolleg*innen während der vergangenen Wochen weiß ich, dass ein Großteil der Pflegekräfte selbstverständlich bereit ist in Krisenzeiten deutlich mehr Einsatz zu zeigen und das Privatleben zurückzustellen. Kurzfristige Arbeitszeitveränderungen, Wechsel in fachfremde Bereiche und die Gefahr der eigenen Ansteckung werden ohne Klagen akzeptiert, wenn es die Situation erfordert.

Aus dem Beruf ausgestiegene Pflegefachpersonen gelten als Reserve in Krisenzeiten. Die #PflegeComeBack-Studie geht von bis zu 200.000 möglichen Berufsrückkehrern aus. Wie lassen sich diese motivieren, in den Beruf zurückzukommen?

Ganz klar müssen sich die Arbeitsbedingungen verbessern. Das fängt an bei flächendeckenden Tarifverträgen, geht über verlässliche Dienstpläne und altersgerechte Arbeitszeitmodelle bis hin zu neuen Versorgungsstrukturen. Als Pflegefachperson ist es heute kaum noch möglich, den Patient*innen und den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Eine Schicht ist wie ein Marathon: ausreichend Zeit für die uns anvertrauten Personen kann man sich nicht nehmen. Das frustriert und laugt aus. Wir haben gelernt, wie gute Pflege geht, können sie aber nicht mehr durchführen. Es ist wichtig, Berufsaussteiger*innen, die Angst vor der Rückkehr zu nehmen. Es ist völlig normal, dass es im medizinischen Bereich ständig neue Erkenntnisse gibt und Veränderungen anstehen. Rückkehrer brauchen Wiedereinstiegsprogramme, um schrittweise in aktuelle Entwicklungen herangeführt zu werden.

Was brauchen Pflegende jetzt und in Zukunft umso dringlicher?

Pflege muss mehr gehört und als eigenständige Berufsgruppe wahrgenommen werden. Die Corona-Pandemie hat eindrücklich gezeigt, was Pflegefachpersonen leisten. Hierauf müssen wir aufbauen! Die Wertschätzung muss erst recht nach der Corona-Krise weitergehen. Pflege muss mitgestalten und in Entscheidungen einbezogen werden! Und das auf allen Ebenen: sowohl in der Politik als auch in jeder einzelnen Pflegeeinrichtung. Die Pflege war lange genug fremdbestimmt und hiermit muss Schluss sein. Wir haben bei Entscheidungen mit am Tisch zu sitzen! Sei es in Krisenstäben, bei der Gesetzgebung oder wenn es darum geht, welche Aufgaben Pflegefachpersonen übernehmen sollen.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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Niedersachsen berät heute: Pflegepersonal zum Einsatz verpflichten

Bildbeschreibung: Alte Aufnahme von Ärzte und Pflegepersonal des Deutschen Hospitals
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Heute beschäftigt sich der Ausschuss für Inneres des Niedersächsischen Landtags mit einem Gesetzentwurf von CDU und SPD, der einen Pflichteinsatz von Pflegende und medizinisches Personal während einer Epidemie vorsieht. In einem Gesetzentwurf planen die Landtagsfraktionen von CDU und SPD, Pflegende bei künftigen Epidemien zum Einsatz zu verpflichten, um bedrohliche Krankheiten zu bekämpfen. Doch der Pflichteinsatz für Pflegende ist umstritten. Jüngst hatte die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen nach vielfacher Kritik einen Passus zum Pflichteinsatz von Pflegekräften aus einem Epidemie-Gesetz gestrichen.

„Ein Pflichteinsatz für Pflegende ist der falsche Weg und ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Wem nutzt es, wenn Pflegefachpersonen gegen ihren Willen verpflichtet werden und deshalb unmotiviert im Einsatz sind? Das geht zulasten aller Beschäftigten, die im Krisenfall mit viel Herzblut pflegen“, so Nadya Klarmann, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen. „In den vergangenen Monaten haben Pflegende eine hohe Bereitschaft gezeigt, an der Eindämmung der Krankheit mitzuwirken. Viele Pflegende setzen sich während der Corona-Pandemie in außerordentlichem Maße für das Gemeinwohl und die Gesundheit ihrer Mitmenschen ein. Dabei setzen Pflegende oftmals sogar ihre eigene Gesundheit aufs Spiel“, so Klarmann. Die Pflegekammerpräsidentin fordert, die Strukturen so zu verändern, dass weniger Pflegefachpersonen aus dem Beruf frustriert aussteigen und ihn so zu gestalten, dass er auch für junge Leute wieder attraktiv wird. „Die Aussicht auf Dienstverpflichtung ist hier mehr als abschreckend“, sagt Klarmann.

Durch das neue Gesetz besteht grundsätzlich die Gefahr, dass Pflegende während einer vom Landtag festgestellten epidemischen Lage für einen befristeten Zeitraum von zwei Monaten nicht mehr frei ihren Einsatzort, ihren Arbeitsumfang und die Art ihrer Tätigkeit bestimmen können. Schon in der Corona-Pandemie wurden bereits Schutzmaßnahmen wie Arbeitszeitregelungen und Pflegepersonaluntergrenzen für Pflegende ausgesetzt, um die Versorgung von Patienten zu ermöglichen. „Ein Pflichteinsatz untergräbt die Selbstbestimmung der professionellen Pflege“, kritisiert Klarmann. Die Pflegekammerpräsidentin setzt auf die Freiwilligkeit der Pflegenden und hält es für zielführender, freiwillige und positive Anreize zu setzen, damit sich Pflegefachpersonen in Krisenzeiten zusätzlich engagieren.

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Sinnvoller als Dienstverpflichtungen ist der Aufbau von Freiwilligenregistern im Vorfeld von Krisen. Freiwillige mit Pflegeerfahrung oder medizinischen Vorkenntnissen können sich melden, um im Krisenfall in Klinken und Pflegeeinrichtungen auszuhelfen. Auch die Pflegekammer Niedersachsen hat mit Beginn der Corona-Pandemie ein solches Register aufgebaut. Mit der Errichtung der Pflegekammer entstand zudem ein umfangreiches Melderegister aller 90.000 Pflegefachpersonen in Niedersachsen. Im Katastrophenfall, so Kammerpräsidentin Klarmann, könnte die Pflegekammer mithilfe des Registers gezielt weitere Pflegefachpersonen für einen Einsatz als Freiwillige ansprechen.

Lars Leopold, Landesvorsitzender der niedersächsischen LINKEN: „Statt mit neuen Notstandsgesetzen die Befugnisse der Landesregierung unnötig auszuweiten und Pflegekräfte zwangsweise zum Arbeitsdienst zu rekrutieren, sollte die Landesregierung sich endlich um die Missstände in der Pflege kümmern. Wer mitbestimmen will, was in der Öffentlichen Daseinsvorsorge läuft und was eben nicht, benötigt ein Gesundheitswesen in öffentlicher Hand. So gehören die Privatisierungen im Gesundheitswesen der letzten Jahrzehnte zurückgedreht. Es braucht endlich ein radikales Umdenken. Eine bedarfsgerechte und wohnortnahe Versorgung kann nur gesichert werden, wenn Krankenhäuser aber auch Pflegeinrichtungen in öffentlicher Hand betrieben werden und damit dem Markt und dem ruinösen Wettbewerb entzogen werden. Dazu gehört auch, dass Pflegekräfte nach dem Tarif des Öffentlichen Diensts (TVÖD) bezahlt und durch bedarfsgerechte Personalschlüssel deutlich entlastet werden.“

Pia Zimmermann, pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, ergänzt: „Was die niedersächsischen Pflegekräfte von Zwangsmaßnahmen halten, haben die in den zahlreichen kreativen Protestaktionen gegen die Zwangskammer und deren mittlerweile abgeschafften Zwangsbeiträge doch sehr eindrucksvoll gezeigt. Statt den Pflegekräften weitere Zwangsmaßnahmen anzudrohen, sollte erst einmal die bereits bestehende Zwangskammer abgewickelt werden. Doch hier kneift die Landesregierung weiter und verschiebt die versprochene Vollbefragung weiter auf den Sankt-Nimmerleins-Tag. Die Lockerungen der Corona-Einschränkungen erlaubt es den Pflegekräften mittlerweile wieder zum Friseur oder ins Restaurant zu gehen, aber die Beantwortung einer simplen Frage wird ihnen weiterhin verwehrt? Die alles entscheidende Frage, ob es eine verpflichtende Mitgliedschaft geben soll, die auch das Ende der Zwangskammer bedeuten könnte, scheut die Landesregierung weiter wie der Teufel das Weihwasser.“

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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‚Junge Pflege‘ befürchtet Ausbildungsmängel durch Corona

Bildbeschreibung: Eine Pflegeauszubildende und hinter ihr sind lauter Rollatoren in einem Pflegeheim.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Der Lockdown zur Eindämmung der Übertragung des Corona-Virus trifft alle, besondere Auswirkungen spüren aber junge Menschen, die ihre Berufsausbildung jetzt beginnen wollten, bereits Auszubildende oder Studierende sind und sich Sorgen machen um das Erreichen ihres Ausbildungsziels. Die Lenkungsgruppe Junge Pflege im DBfK beobachtet die Veränderungen und Einschränkungen in der Ausbildung zur Pflege und mahnt gute Ausbildungsqualität an.

Die Pandemie ist für das Gesundheitssystem eine schwer zu bewältigende Herausforderung und wird das noch lange bleiben. Auszubildende und Studierende der Pflegeberufe trifft sie aber besonders hart und für viele unter ihnen zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt: für manche mitten in der Prüfungsvorbereitung, für andere am Ausbildungsstart bzw. in ihrer Probezeit. Dazu in einer Reformphase der Pflegeausbildung, die noch nicht überall vollständig abgeschlossen werden konnte.

Mit der bundesweiten Schulschließung Mitte März wurden auch die Pflegeschulen und Hochschulen geschlossen. Unterricht und Vorlesungen können allenfalls eingeschränkt oder gar nicht stattfinden. Viele Schüler/innen wurden stattdessen – ungeachtet ihres Ausbildungsstands – in den praktischen Einsatz auf die Stationen geschickt.

Welche Risiken das birgt für alle Beteiligten, welche Folgen eine derart defizitäre Ausbildungsqualität dauerhaft nach sich zieht und welche Lösungsansätze dies verhindern können, ist Inhalt eines Impulspapiers der Junge-Pflege-Lenkungsgruppe im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK). Sie benennt und begründet die zu beobachtenden Mängel, verweist auf gesetzliche Verpflichtungen der Ausbildungsträger und stellt gut begründete Forderungen, u.a. nach systematischer Praxisanleitung und -begleitung, psychologischer Betreuung der Auszubildenden während der Pandemie, Förderung digitaler Ausstattung, Anpassung der Probezeitregelung usw.

Mit dem Titel „Pflegeausbildung darf der COVID-19 Pandemie nicht zum Opfer fallen“ ist das 2-seitige Papier als Download abzurufen.

Autor: DBfK / © EU-Schwerbehinderung



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Wahre Wertschätzung beschränkt sich nicht auf eine Prämie

Bildbeschreibung: Eine Pflegerin.
Foto: © Mick Haupt

In der vergangenen Woche haben Bundestag und Bundesrat das 'Zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite' verabschiedet. Ein Thema dabei: die seit Wochen angekündigte Corona-Prämie für beruflich Pflegende als Anerkennung ihrer geleisteten Arbeit in den Monaten der Pandemie. Dass es damit nicht getan ist und dass der Umgang mit der Prämie einen faden Beigeschmack hat, stellt der DBfK in seiner heutigen Meldung ausdrücklich fest.

Seit Wochen war sie im Gespräch, nun haben Bundestag und Bundesrat für beruflich Pflegende eine steuerfreie Belohnung ihrer harten Arbeit unter Corona-Bedingungen beschlossen. „Die jetzt nach längerem und streckenweise unwürdigem Geschacher um ihre Finanzierung bewilligte Prämie ist leider ein Dankeschön mit fadem Beigeschmack“, erklärt Prof. Christel Bienstein, die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). „Über Wochen konnten die Pflegenden erleben, dass die Prämie zwar vollmundig versprochen, dann aber ein Streit darüber ausgetragen wurde, wer sie bezahlen soll. Am Ende kann vorläufig nur noch mit zwei Dritteln des seinerzeit angekündigten Bonus-Betrags gerechnet werden – und zahlen müssen ihn die Beitragszahler der Sozialversicherungen. Das ist nur eine von mehreren Ungerechtigkeiten, die diese Prämie überschatten. Noch gravierender ist, dass die Mitarbeiter/innen in der Akutpflege vollständig leer ausgehen. Dabei haben gerade sie die besonders schwer Erkrankten versorgt und mussten dabei oft weit über ihre Belastungsgrenze gehen – mit hohem Risiko, sich anzustecken. Auch die Mitarbeitenden in Behinderteneinrichtungen oder der Rehabilitation wurden ‚vergessen‘. Die Ausgestaltung der Prämie ist damit ein weiteres Lehrstück für „Würdigung“ einer systemrelevanten Beschäftigtengruppe, die sich auf warme Worte, wohlklingende Versprechen und kaum greifbare Zusagen beschränkt. Die professionell Pflegenden hätten Besseres verdient!“

Pflege war schon immer systemrelevant. Von der Politik festgestellt und öffentlich bekundet wurde dies allerdings erst mit Ausbruch der Pandemie. Trotz so hoher gesamtgesellschaftlicher Bedeutung ist die Profession aber unverändert gekennzeichnet durch unterdurchschnittliche Bezahlung, geringes soziales Prestige, prekäre Arbeitsbedingungen, fehlende Autonomie und mangelnde Beteiligung an maßgeblichen Entscheidungen im System. Eine systemrelevante Profession wertet man nicht durch Lob und halbherzige Prämien auf, sondern durch nachhaltig angelegte Strategien, die sich parallel über viele Felder erstrecken müssen. Darauf weist der DBfK seit langem hin und fordert deshalb für die Pflege: gute Bildung, gerechte Vergütung, Augenhöhe mit anderen Gesundheitsprofessionen, Perspektiven beruflicher Weiterentwicklung, gute Führung und vor allem Arbeitsbedingungen, die ein zufriedenes, langes Verbleiben im Beruf möglich machen.

Ob es gelingt, die jetzige Krise wirklich zu bewältigen, hängt stark davon ab, ob sich alle an die Schutzmaßnahmen halten. Es ist ein großes Stück Solidarität und Verantwortung jedes Einzelnen gefordert, damit diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen oder wegen Ihres Alters, aber auch durch ihre Berufstätigkeit – beispielsweise in der Pflege – stärker gefährdet sind, nicht zusätzlich belastet werden. Das ist genauso viel Wertschätzung wie eine Prämie. Selbst wer Zweifel am Sinn einzelner Maßnahmen hat, muss in Betracht ziehen, dass er potenziell Andere gefährdet, und dann entsprechend verantwortungsbewusst handeln.

Die aktuelle Situation mit ihren Einschränkungen und Ungewissheiten ist eine Belastung für alle. Sich auf künftige Pandemien besser vorzubereiten, und dem unabhängig davon sich zuspitzendem Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen, wird nicht von einzelnen Aspekten wie beispielsweise einer Prämie abhängen. Sondern davon, ob alle Verantwortlichen die nötigen Lehren aus der Vergangenheit und der Gegenwart ziehen.

Autor: DBfK / © EU-Schwerbehinderung



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Gefährlichen Stürzen vorbeugen

Bildbeschreibung: Eine ältere Mann mit Gehstock.
Foto: © Emre Gencer

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) informiert auf seinem Portal wie Angehörige dabei helfen können, das Sturzrisiko älterer pflegebedürftiger Menschen zu verringern. Mit zunehmendem Alter und Gebrechlichkeit steigt die Wahrscheinlichkeit zu stürzen: Das gilt besonders für ältere Menschen, die auf pflegerische Hilfe angewiesen sind. Statistisch gesehen stürzt jede zehnte durch ambulante Pflegedienste versorgte pflegebedürftige Person einmal innerhalb von 14 Tagen. Ein Sturz kann Verletzungen wie Schürfwunden, Prellungen und Knochenbrüche nach sich ziehen. In der Folge leiden die Menschen zum Beispiel längere Zeit an Schmerzen, sind verunsichert und drohen dadurch noch mehr auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein.

"Gangunsicherheit und Sturzerfahrungen können schnell zum Teufelskreis werden: Aus Angst zu stürzen, bewegt man sich weniger und verzichtet vielleicht auf Spaziergänge, Besorgungen oder soziale Aktivitäten. Neben anderen negativen Auswirkungen kann das auch dazu führen, dass wichtige Fähigkeiten wie Muskelkraft und Gleichgewichtssinn schneller nachlassen und die Gefahr zu stürzen dadurch weiter steigt", erklärt Daniela Sulmann, Pflegeexpertin des ZQP.

Welche Risikofaktoren - wie Muskel, Seh- oder Blasenschwäche sowie die Einnahme bestimmter Medikamente - Stürze bei pflegebedürftigen Personen begünstigen und wie man ihnen gezielt vorbeugen kann, erfahren Ratsuchende auf dem ZQP-Internetportal www.pflege-praevention.de kostenlos. Die gute Nachricht lautet nämlich: Die Wahrscheinlichkeit zu fallen, kann oft verringert werden.

Gerade gangunsichere Menschen sollten sich möglichst regelmäßig bewegen, um Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Gleichgewicht zu trainieren. Dazu holt man am besten fachlichen Rat ein, zum Beispiel bei der Physiotherapie. Ein gemeinsam mit den Fachleuten erstellter detaillierter Bewegungsplan kann hierbei nützlich sein. Darin werden die täglichen Bewegungen und Übungen genau aufgelistet. Zudem können Bewegungsangebote wie Herzkreislauf-Training oder Sitzgymnastik der Krankenkasse oder der Gemeinde genutzt werden. Auch der gemeinsame Spaziergang fördert die Bewegung im Alltag. Außerdem ist es wichtig, die pflegebedürftige Person dabei zu unterstützen, möglichst viel selbst zu tun, etwa beim Anziehen oder bei der Körperpflege. Dadurch können nicht nur die Selbstständigkeit gefördert, sondern auch der Bewegungsradius im Alltag länger erhalten werden. Sulmann betont aber auch, dass Bewegung immer freiwillig stattfinden muss: "Menschen mit Pflegebedarf zu motivieren, ist wichtig. Sie unter Druck zu setzen oder gar zu zwingen, darf dabei nicht sein."

Ebenfalls spricht sich die ZQP-Expertin gegen Bettgitter oder Bettgurte aus, die teilweise als vermeintlicher Sturzschutz eingesetzt werden: "Solche freiheitseinschränkenden Maßnahmen gefährden die Sicherheit eher zusätzlich - zum Beispiel, wenn Pflegebedürftige sich im Gitter einklemmen oder darüber aus dem Bett stürzen. Hinzu kommt: Wird die Bewegung mit solchen Maßnahmen längerfristig eingeschränkt, drohen die körperlichen Fähigkeiten weiter zu schwinden. Dann steigt das Sturzrisiko."

Neben ausreichender Bewegung spielt auch die Gestaltung der eigenen vier Wände eine wichtige Rolle bei der Sturzprävention. "Stolperfallen wie Teppichkanten und Kabel sollten beseitigt werden. Haltegriffe oder Handläufe an den Wänden können zusätzliche Sicherheit geben", so Sulmann. Wird ein Rollator oder Rollstuhl in der Wohnung genutzt, sollte dafür genügend Platz geschaffen werden. Denn Stellen, die mit einem Hilfsmittel nur schwer zu passieren sind, erhöhen ebenfalls die Unfallgefahr. Zusätzlich können gute Lichterverhältnisse, festes Schuhwerk sowie gutsitzende Kleidung zu einem möglichst sicheren Gang beitragen.

Nicht zuletzt kann auch die Medikation Einfluss auf das Sturzrisiko haben. Denn unter anderem akuter Harndrang, Verwirrung oder Tagesmüdigkeit können sich als Nebenwirkungen von Medikamenten negativ auf die Gangsicherheit auswirken. "Holen Sie daher umgehend ärztlichen Rat ein, wenn Sie solche Symptome bei der pflegebedürftigen Person beobachten", empfiehlt Sulmann.

Mehr zum Thema Sturz sowie zu anderen Präventionsthemen in der Pflege erfahren Sie auf dem kosten- und werbefreien Online-Portal www.pflege-praevention.de von der gemeinnützigen Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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Roboter hilft Pflegenden

Bildbeschreibung: Assistenzroboter „ROSWITHA“ (RObot System WITH Autonomy)
Foto: © University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) Julian Umansky

Viele Menschen wollen im Alter oder bei körperlichen Beeinträchtigungen so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben, doch es fehlen schon jetzt Pflegekräfte. Im Jahr 2017 wurden von den 3,4 Mio. pflegebedürftigen Menschen in Deutschland 2,6 Mio. zu Hause betreut (Statistisches Bundesamt, Stand 04/19). Ein im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit erstelltes aktuelles Gutachten spricht schon heute von ca. 120.000 fehlenden Pflegekräften.[1][1] Assistenzroboter können in Zukunft pflegerische Leistungen ergänzen. „Es geht um Ergänzung und nicht um Ersatz des Pflegepersonals“, betont Projektleiterin Prof. Dr. Barbara Klein, Sprecherin des Forschungszentrums FUTURE AGING der Frankfurt UAS. „Mit ROSWITHA können pflegebedürftige Menschen mehr Aufgaben selbst übernehmen und damit Angehörige und Pflegepersonal entlasten.“

Der hochschuleigene Assistenzroboter ROSWITHA kann sich autonom in der Wohnung bewegen und auf Aufforderung mit seinem Greifarm Gegenstände bringen. Weitere mögliche Anwendungsfelder können in Zukunft zum Beispiel die Überwachung von Vitalparametern (Blutdruck, Blutzucker etc.) und die Kommunikation mit Ärztinnen und Ärzten oder Angehörigen über Telepräsenzschaltung sowie die Freizeitgestaltung bspw. mit Programmen zum Gehirntraining sein.

„ROSWITHA kann sich durch umfassende Sensorik und künstliche Intelligenz autonom bewegen und mittels zweier Arme kameragesteuert Objekte wie Flaschen und Trinkbecher greifen. Allerdings sieht er noch sehr ,technisch‘ aus. Um in Alters- und Pflegeheimen eingesetzt zu werden, ist daher eine Verbesserung des Designs erforderlich“, erklärt der Entwickler von ROSWITHA, Prof. Dr. Peter Nauth, Professor für Technische Informatik und Robotik an der Frankfurt UAS. Ziel des Projektes ist, die Frage zu beantworten, wie das Produktdesign, die äußere Gestalt aussehen muss, um eine möglichst hohe Akzeptanz und Nutzungsbereitschaft bei den Menschen zu erzielen, sodass sie in ihrem Alltag bereit wären, einen solchen Roboter zu nutzen.

Während der dreijährigen Produktentwicklung werden Sozialwissenschaftler/-innen, Produktdesigner/-innen, und Informatiker/-innen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven an einer Lösung arbeiten und dabei von den kurzen Wegen und dem Vorzug profitieren, dass alle diese Disziplinen an der Frankfurt UAS vertreten sind. Zur Beantwortung der praxisbezogenen Forschungsfrage werden im Projektverlauf zusammen mit den zukünftigen Anwender/-innen unterschiedliche Verkörperungen von ROSWITHA konstruiert und mittels virtueller Realität umgesetzt. In zwei Evaluationsphasen werden Verkörperungen zusammen mit den zukünftigen Nutzer/-innen ausgewählt, mit 3D-Druck realisiert und an dem Robotersystem ROSWITHA angebracht. In einer dritten Evaluationsphase werden diese physischen Gestalten von Probandinnen und Probanden getestet, so dass eine Produktentscheidung getroffen werden kann und klar ist, wie ROSWITHA aussehen soll.

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Das interdisziplinäre Forschungsprojekt zeichnet sich dadurch aus, das Wissenschaftler/-innen aus den Laboren „Autonome Systeme und Intelligente Sensorik“ (Leitung: Prof. Dr. Peter Nauth) und „Virtual Reality und Prototyping“ (Leitung: Prof. Dr. Héctor Solis) mit Sozialwissenschaftler/-innen in dem von Klein geleiteten Forschungszentrum FUTURE AGING an der Frankfurt UAS gemeinsam daran forschen und entwickeln. Rund 20 Professorinnen und Professoren aus allen vier Fachbereichen der Frankfurt UAS haben an diesem Forschungszentrum die Möglichkeit, Erfahrungen und Expertise aus diesen einzubringen, um nutzungsfreundliche und soziotechnische Forschungs- und Entwicklungsthemen für das Wohnen und Arbeiten in einer älter werdenden Gesellschaft zu bearbeiten.

Ebenso wichtig für das von der Commerzbank-Stiftung geförderte Forschungsprojekt ist das neue Innovation-Lab 5.0, das zum Forschungszentrum FUTURE AGING gehört. Es ist eine Plattform für die Entwicklung technikgestützter Dienstleistungen im Gesundheitswesen wie der Robotik, Sensorik sowie der Virtual und Augmented Reality. Auf rund 100 m² wird für eine alternde Gesellschaft geforscht und zusammen mit zukünftigen Nutzer/-innen, Studierenden und der Industrie Lösungen diskutiert und weiterentwickelt. Zur Unterstützung des Projektziels greift das Projektteam neben den sozial- und pflegewissenschaftlichen Kompetenzen auf die an der Frankfurt UAS vorhandene Erfahrung und Fachkompetenz auf dem Gebiet des Industriedesigns und Ingenieurwesens zurück. „Die Themen Design- und Produktentwicklung, werden unter den Kernaspekten emotionale Ästhetik, Ergonomie, insbesondere Benutzerfreundlichkeit und Funktionssicherheit zusammengeführt“, erklärt Prof. Dr. Héctor Solis, Professor für Produktenwicklung und Industrie-Design. Seine Mitarbeiterin Dipl. Des. Jessica Sehrt, Projektingenieurin am Designlabor für Virtual Reality und Prototyping, ergänzt: „Wir setzen VR in unserem interdisziplinären Produktentwicklungsprozess ein, um zeitoptimierend direkt mit den zukünftigen Nutzerinnen und Nutzern die Gestalt von ROSWITHA zu evaluieren. Das Ergebnis ist die Basis für den ersten Prototypen“. „Dabei müssen die Bedürfnisse der Menschen immer im Mittelpunkt und das gesamte sozio-technische System berücksichtigt werden“, betont Marina Weiland M.A., Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum FUTURE AGING.

„Dank der Förderung der Commerzbank-Stiftung werden wir nun in der Entwicklung von ROSWITHA, unserem hochschuleigenen Assistenzroboter, entscheidend vorankommen und auf die durch den demografischen Wandel stetig wachsenden Herausforderungen in der Pflege mit einer von der Zielgruppe akzeptierten Lösung antworten können“, freut sich Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurt UAS. Kirsten Böddeker, Vorständin der Commerzbank-Stiftung ergänzt: „Mit unserer Förderung wollen wir eine wissenschaftlich basierte Produktinnovation ermöglichen und damit einen Beitrag zum Bildungsstandort Frankfurt und so auch zur Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft leisten“.

[1][1] Rothgang, H. et al. (2020) Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Verfahrens zur einheitlichen Bemessung des Personalbedarfs in Pflegeeinrichtungen nach qualitativen und quantitativen Maßstäben gemäß § 113c SGB XI (PeBeM)

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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Mehr Geld für Pflegehilfsmittel in der Corona-Krise

Bildbeschreibung: Im Fordergrund eine Flasche mit Desinfektionsmittel, Handschuhe und Mundmaske, als Hintergrund illustrierte Coronaviren
Foto: Klaus Hausmann / © 2020 EU-Schwerbehinderung

In der Corona-Krise werden die Pflegehilfsmittel wie Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel zu erhöhten Preisen angeboten und oft sind die Hilfsmittel nur schwer lieferbar.

Wenn ein Angehöriger einen Pflegebedürftigen Menschen zu Hause pflegt und dieser einen anerkannten Pflegegrad von mindestens 1 hat, so hat der Pflegebedürftige bzw. der Pflegende einen Anspruch auf Pflegehilfsmittel in Höhe von maximal 40 Euro pro Monat.

Die Einkaufspreise haben sich jedoch für die Produkte erhöht, durch den gesteigerten Bedarf in der Corona-Krise, somit sei die Versorgung der Pflegebedürftigen gefährdet. Die SARS-CoV-2-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung ist am 5. Mai in Kraft getreten. Diese sieht vor, dass die monatliche Pauschale von bisher 40 Euro auf 60 Euro angehoben wird. In der Corona-Krise können damit etwa Desinfektionsmittel, der Mund-Nasen-Schutz sowie Einmalhandschuhe besorgt werden.

Unter der Produktgruppe 54 finden sie die Pflegehilfsmittel.

Die Regelung gelte vorerst bis zum 30. September 2020, wenn nicht zuvor die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite aufgehoben wurde. So sieht die Verordnung vor das die Pflegehilfsmittel rückwirkend ab dem 1. April 2020 abweichend von § 40 Abs. 2 Satz 1 SGB XI bis zu einem monatlichen Betrag in Höhe von 60 Euro brutto (bisher 40 Euro brutto) abgerechnet werden können.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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ZQP bietet Corona-Dokumentation für Pflegende an

Bildbeschreibung: Ein ältere Mann in einem Raum mit lauter Menschen.
Foto: © Abi Howard

Die Ausbreitung von COVID-19 in Deutschland hat erhebliche, teilweise dramatische Folgen für die Pflegesituation in Deutschland. Nicht zuletzt die Beschäftigten in der Langzeitpflege stehen vor außergewöhnlich belastenden Wochen – in einem System, das sich ohnehin schon vielerorts an den Grenzen des Zumutbaren für alle Beteiligten befindet. Was das eigentlich wirklich heißt, wird erst in einigen Monaten völlig klar sein. Der ZQP teilt in einer Pressemitteilung Corona-Dokumentationen für Pflegende mit:

Auffällig ist aktuell aber: Viel zu selten werden bisher die Pflegenden selbst gehört. Dabei sammeln sie in der jetzigen Ausnahmesituation bedeutsame Erfahrungen und Kenntnisse in Bezug auf spezifische Versorgungsprobleme, Fehler und Lösungsansätze. Daraus muss für die Zukunft gelernt werden können. Darum ist es heute schon wichtig, dieses Wissen aus der Pflegepraxis zusammenzutragen und auszuwerten.

„Wir wissen, dass sich viele Pflegende am Rande der Erschöpfung befinden. Dennoch bitten wir um so viele kurze oder lange Berichtsspenden wie möglich. Dabei ist die Form nicht entscheidend. Über Formulierungsfeinheiten und Rechtschreibfehler sollte sich in dieser Lage niemand zu viele Gedanken machen“, sagt Simon Eggert, Bereichsleiter Analyse und Kommunikation im ZQP. Die Schilderungen seien in jedem Fall wertvoll. Das ZQP sieht es als gesellschaftliche Verantwortung, aus den Erfahrungen der Pflegexpertinnen und -experten in Bezug auf die COVID-19-Pandemie zu lernen. Individuelle Erlebnisberichte könnten dazu ein wichtiger Baustein sein. „Es ist wichtig, die Geschichte dieser außergewöhnlichen Herausforderung des Gesundheitssystems nicht nur aus medizinischer Sicht oder mit verengtem Blick auf das Krankenhaus zu schreiben. Denn ein Hauptakt des SARS-CoV-2-Dramas spielt sich in Pflegeheimen und Wohnungen ab. Nur verschiedene Perspektiven werden also ein ganzheitliches Bild ergeben – und darauf sind wir alle angewiesen“, so Eggert weiter.

Mehr zu diesem Angebot des ZQP ist im Internet unter www.zqp.de/covid19 zu erfahren.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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