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Selbsttests: Ersatz für den Arzt?

Bildbeschreibung: Eine Ärztin mit einem blauen Stethoskop.
Foto: © cottonbro

Spätestens seit der Corona-Pandemie sind wir es gewohnt, uns selbst auf eine Erkrankung zu testen. Doch auch für andere Krankheiten gibt es Tests in Apotheke, im Handel und bei Online-Versendern, mit denen man sich selbst checken kann. Ob man seine Darmbakterien analysieren lässt, Infektionen durch sexuell übertragbare Krankheiten feststellt oder nach Schwermetallen im Urin fahndet - Angebote gibt es viele.

Die aktuelle Ausgabe des Gesundheitsmagazins "Apotheken Umschau" klärt auf, welche Selbsttests sinnvoll sind - und wovon man besser die Finger lassen sollte.

Empfehlenswert sind Tests zur Darmkrebs-Früherkennung, bei denen man zu Hause eine Stuhlprobe entnimmt und in der Praxis abgibt. Im Labor wird die Probe dann analysiert. Allerdings: Zuverlässiger als der Stuhltest ist eine Darmspiegelung. Sinnvoll können auch Selbsttests zur Bestimmung des Blutzuckers sein. Für Menschen mit Diabetes gehört das zum Alltag, und auch zur Vorsorge kann der Test durchgeführt werden. Auch Schwangerschaftstests kann man zuverlässig zuhause durchführen.

Lieber nicht: Immuntests und Darmanalyse

Als nur teilweise empfehlenswert stuft die "Apotheken Umschau" Selbst-Tests zu Harnwegsinfektionen und auf sexuell übertragbare Krankheiten ein. Von Tests zur Immunfunktion, die im Internet als Ersatz für das große Blutbild beim Arzt angeboten werden, rät das Magazin ab, genauso wie von Internet-Tests zur Zusammensetzung des Mikrobioms im Darm oder zu Schwermetallen im Urin. Und ein Bluttest, der "über 40 Krebsarten" erkennt, kann sowohl falsch positive als auch falsch negative Ergebnisse liefern - was beides ungute Folgen haben kann.

Dr. Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) in Berlin, erklärt im Interview: "Man kann nicht pauschal sagen: Selbsttests seien seriös oder Humbug. Grundsätzlich haben sie durchaus Vorteile." Analysen, die von den Krankenkassen bezahlt werden, seien in jedem Fall sinnvoll, so der Experte. Ratsam sei es außerdem in den meisten Fällen, einen Arzt oder eine Ärztin hinzuzuziehen. "Am besten vor dem Test, dann kann einen der Arzt vor unnötigen Ausgaben und Sorgen bewahren."

Quelle: Apotheken Umschau

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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