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Prozessauftakt um Gewalttat im Oberlinhaus

Bildbeschreibung: Mehrere weiße Kerzen.
Foto: © Jacquie Sprott

Vier Menschen mit Behinderungen wurden am 28. April mutmaßlich von einer Pflegeperson erstochen. Vor dem Potsdamer Landgericht hatte gestern der Prozess begonnen. Laut der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, sei die Angeklagte dabei "planvoll und heimtückisch" vorgegangen.

"Ihr war bewusst gewesen, dass es sich bei den fünf Geschädigten um schwerst behinderte Menschen handelte, die nicht in der Lage waren, sich zu wehren oder Hilfe zu rufen", sagte die Staatsanwältin. Die Anklage wirft ihr Mord und Mordversuch vor. (Aus Rücksicht vor den Opfern und deren Angehörigen, verzichtet unsere Redaktion auf weitere detaillierte Darstellungen aus der Anklageschrift)

Europaabgeordnete Katrin Langensiepen, Vize-Vorsitzende der Interparlamentarischen Gruppe von Menschen mit Behinderungen und einzige weibliche Abgeordnete mit Behinderung kommentierte gestern: “Heute ist eine wichtiger Tag, den wir auf der einen Seite zum Anlass nehmen sollten um über den Pflegenotstand in Deutschland zu sprechen, aber vor allem auch über die Opfer, die bei dieser grausamen Tat ermordet wurden: Menschen mit Behinderungen.

Es ist scheinbar politischer Konsens das selbständige Leben von Menschen mit Behinderung in den unterschiedlichsten Facetten zu fördern, doch getan wird dafür zu wenig. Hoher bürokratischer Aufwand, ein System das nicht ausreichend finanziert ist und der immer noch in unseren Köpfen steckende Gedanke, dass Menschen mit Behinderung doch auch eine große Last seien. All das fördert keine Inklusion, sondern verschleppt sie. Das Ergebnis ist ein System, das immer noch auf Stigmatisierung und Machtausübung fußt.

Nachwievor bleibt zum Beispiel institutionelle Gewalt ein Tabuthema, das in den EU-Mitgliedstaaten immer noch viel zu stark ignoriert wird. Dabei ist sie ein enormes Problem.

Frauen mit Behinderungen sind vier bis fünfmal häufiger von (sexualisierter) Gewalt betroffen als Frauen ohne Behinderungen. Sich aus Abhängigkeitsverhältnissen zu lösen, selbständiges Leben und persönliche Assistenz zu fördern sind hier ein Schlüssel zur Gewaltprävention. Die Mitgliedstaaten müssen sich endlich damit auseinandersetzen, wo hier aktiv unterstützt werden kann. So fordert es auch die neue EU Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2021-2030.”

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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