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Zu wenige Spielplätze in Deutschland sind inklusiv gestaltet Stück zum Glück-Studie zeigt Handlungsbedarf auf

Bildinhalt: Zwei Kinder die zusammen mit Bundstiften malen.

In Deutschland gibt es zu wenige inklusive Spielplätze, auf denen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam Spaß haben können. Das ist das zentrale Ergebnis einer INNOFACT Studie im Auftrag von "Stück zum Glück", einer Spendeninitiative von Procter & Gamble (P&G) und REWE gemeinsam mit der Aktion Mensch. Dabei ist frühe Inklusion wichtig, damit Barrieren im Alltag gar nicht erst entstehen. "Stück zum Glück" setzt sich daher für mehr inklusiven Spielraum in Deutschland ein.

Bildbeschreibung: Grafischedarstellung der Spielplätze in Deutschland unter dem Schwerpunkt Inklusion

Spielplätze haben einen hohen Stellenwert in deutschen Familien. 75 Prozent der befragten Eltern besuchen mindestens einmal pro Woche mit ihren Kindern einen Spielplatz. Allerdings werden Kinder mit Behinderung auf öffentlichen Spielflächen häufig ausgegrenzt: Deutschlandweit kennen nur 36 Prozent aller Befragten einen Spielplatz, der inklusiv gestaltet ist und auf dem alle Kinder gemeinsam spielen können. In Deutschland besteht also ein hoher Handlungsbedarf, um mehr inklusive Spielräume zu schaffen. Mit "Stück zum Glück" setzen sich deshalb P&G und REWE gemeinsam mit der Aktion Mensch seit April 2018 für mehr inklusiven Spielraum in ganz Deutschland ein. Innerhalb der dreijährigen Initiative werden mehr als 30 Spielplätze mit einem Gesamtvolumen von 1 Million Euro neu-, aus- und umgebaut.

Inklusive Spielplätze sind wichtig für die Entwicklung von Kindern. Dank innovativer Spielgeräte, die alle nutzen können, fördern sie die individuellen Fähigkeiten und Kreativität. Alle Kinder können voneinander lernen und sich unterstützen, wenn andere Hilfe benötigen. Durch den Verzicht auf Elemente, die nur für eine Gruppe von Kindern vorteilhaft sind, wie zum Beispiel Rollstuhlrampen, bieten inklusive Spielplätze allen Kindern Raum für gemeinsame Erlebnisse. Der Gummiboden mit Dämpfung ermöglicht es auch Rollstuhlfahrern, aktiv am Spiel teilzunehmen, und dient gleichzeitig als Fallschutz. So können sich alle Kinder, egal ob mit oder ohne Behinderung, spielend kennenlernen und dabei ganz selbstverständlich lernen, miteinander umzugehen. "Inklusive Spielplätze bieten beste Voraussetzungen, um Vorurteile gar nicht erst entstehen zu lassen. Denn wo Inklusion früh gelernt und gelebt wird, entstehen keine Barrieren im täglichen Umgang miteinander", sagt Armin v. Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch.

 Handlungsbedarf bei inklusivem Angebot 

Laut der Studie wünschen sich 65 Prozent der Teilnehmer, dass ein Spielplatz auch von Kindern mit einer körperlichen Behinderung genutzt werden kann. In der Wahrnehmung der befragten Eltern wird jedoch nicht genug getan, um Inklusion zu fördern. 63 Prozent der Studienteilnehmer haben keine Veränderung des Angebots an inklusiven Spielplätzen in ihrer Gegend wahrgenommen oder sagen, es sei sogar schlechter geworden. Die Studie zeigt, dass nur 35 Prozent der Familien mit Kindern mit Behinderung einen Spielplatz besuchen, der inklusiv gestaltet ist. Den Bedarf an inklusiven Spielräumen haben P&G, REWE und die Aktion Mensch erkannt. "Wir setzen uns für ein grenzenloses Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung ein. Denn wie unsere Studienergebnisse zeigen, wird bundesweit in vielen Gegenden noch nicht genug für die Förderung von Inklusion getan", so Astrid Teckentrup, Geschäftsführerin Vertrieb von P&G.

Inklusion auf Spielplätzen im bundesweiten Vergleich: Frankfurt am Main liegt vorne, Dresden bildet das Schlusslicht 

Die Online-Umfrage wurde in sechs Metropolregionen Deutschlands durchgeführt: Berlin/Brandenburg, Frankfurt am Main, Köln/Bonn, Dresden, Hamburg und München. In allen Regionen geben weniger als die Hälfte der Befragten an, einen Spielplatz zu kennen, der inklusiv gestaltet ist (Mittelwert: 36 Prozent).

Gemeinsam ein Stück zum Glück beitragen 

Mit "Stück zum Glück" schaffen P&G und REWE gemeinsam mit der Aktion Mensch seit April 2018 bundesweit inklusive Spielplätze. "Bisher haben wir schon 16 Spielplatzprojekte umgesetzt und weitere Projekte sind in Planung. Unser Ziel ist es, in ganz Deutschland inklusive Spielräume zu ermöglichen", sagt Lionel Souque, Vorstandsvorsitzender der REWE Group. Dabei kann jeder einen Beitrag zum Glück der Kinder leisten. Denn mit jedem Kauf eines Produkts aus dem Sortiment von P&G, zu dem Marken wie Pampers, Ariel, Always, Oral-B und Gillette gehören, können REWE Kunden in ganz Deutschland das Projekt unterstützen.* So werden über einen Zeitraum von drei Jahren eine Million Euro gesammelt, um deutschlandweit neue inklusive Spielplätze zu schaffen und bestehende Spielplätze für alle Kinder aus- oder umzubauen.

Über die Studie

Die Online-Befragung wurde von der INNOFACT AG durchgeführt und fand im April und Mai 2019 statt. Insgesamt haben 933 Personen aus Berlin/Brandenburg, Frankfurt am Main, Köln/Bonn, Dresden, Hamburg und München teilgenommen, die Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren haben.

Alle Studienergebnisse unter: http://www.rewe.de/glück

* Mit jedem Kauf eines P&G Produkts seit Aktionsstart am 30. April 2018 unterstützen Procter & Gamble und REWE die Aktion Mensch bei der Errichtung von inklusiven Spielplätzen in Deutschland mit 0,01 Euro bis zum Erreichen der Spendensumme von einer Million Euro. Die Aktion Mensch bevorzugt keine Marken oder Produkte. Über Procter & Gamble Procter & Gamble (P&G) bietet Verbrauchern auf der ganzen Welt eines der stärksten Portfolios mit qualitativ hochwertigen und führenden Marken wie Always®, Ambi Pur®, Ariel®, Bounty®, Braun®, Charmin®, Crest®, Dawn®, Downy®, Fairy®, Febreze®, Gain®, Gillette®, Head&Shoulders®, Lenor®, Olaz®, Oral-B®, Pampers®, Pantene®, SK-II®, Tide®, Whisper® und Wick®. P&G ist weltweit in 70 Ländern tätig. Weitere Informationen über P&G und seine Marken finden Sie unter www.pg.com und www.twitter.com/PGDeutschland. Über REWE Mit einem Umsatz von 23,8 Mrd. Euro (2018), mehr als 140.000 Mitarbeitern und über 3.600 REWE Märkten gehört die REWE Markt GmbH zu den führenden Unternehmen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Die REWE Märkte werden als Filialen oder durch selbstständige REWE Kaufleute betrieben.

Die genossenschaftliche REWE Group ist einer der führenden Handels- und Touristikkonzerne in Deutschland und Europa. Im Jahr 2018 erzielte das Unternehmen einen Gesamtaußenumsatz von über 61 Milliarden Euro. Die 1927 gegründete REWE Group ist mit ihren mehr als 360.000 Beschäftigten in 22 europäischen Ländern präsent.

Über die Aktion Mensch e.V.

Die Aktion Mensch e.V. ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich in Deutschland. Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 hat sie mehr als 4 Milliarden Euro an soziale Projekte weitergegeben. Ziel der Aktion Mensch ist es, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung sowie von Kindern und Jugendlichen zu verbessern und das selbstverständliche Miteinander in der Gesellschaft zu fördern. Mit den Einnahmen aus ihrer Lotterie unterstützt die Aktion Mensch jeden Monat bis zu 1.000 Projekte. Möglich machen dies rund vier Millionen Lotterieteilnehmer. Zu den Mitgliedern gehören: ZDF, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, Paritätischer Gesamtverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Seit Anfang 2014 ist Rudi Cerne ehrenamtlicher Botschafter der Aktion Mensch.

Quelle: Procter & Gamble

VdPB lehnt Notlösungen gegen den Pflegenotstand ab

Bildinhalt: Eine Senioren hat eine Handtasche auf ihren Schoss und einen Schlüsselbund in ihrer rechten Hand.

VdPB lehnt Notlösungen gegen den Pflegenotstand ab Pflegewissenschaftlich begründetes Instrument zur Personalbemessung erforderlich/ Absenkung der Fachkraftquote steht nicht zur Debatte / Pflegepersonaluntergrenzen Schritt in die richtige Richtung, aber unzureichend

München, 20.06.2019 - Wie sehr der Mangel an Pflegefachpersonen in Kliniken und Einrichtungen der Langzeitpflege angekommen ist, zeigen derzeit die geradezu verzweifelten Versuche und Vorschläge, den Notstand mit dem Absenken von Standards und dem Aussetzen von verbindlichen Richtlinien zu bekämpfen. So fordert beispielsweise der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz das Absenken der Fachkraftquote für Einrichtungen der Langzeitpflege. Und Landkreistags-Präsident Christian Bernreiter verlangt das Aussetzen der erst seit Januar verbindlich geltenden Pflegepersonaluntergrenzen für die klinischen Bereiche Kardiologie, Intensivmedizin, Geriatrie und Unfallchirurgie. Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) hält beide Vorschläge für nicht zielführende Notlösungen und lehnt sowohl die Absenkung der Fachkraftquote als auch das Aussetzen der Pflegepersonaluntergrenzen ab. Langfristig wirksam kann nach Einschätzung der VdPB nur eine wissenschaftlich fundierte Personalbemessung sein, die sowohl für die Langzeit- als auch für die Akutpflege gilt. 

Zahlreiche Studien widerlegen die in diesem Zusammenhang gerne angeführte Behauptung, das Absenken der Fachkraftquote führe nicht zwangsläufig zu Qualitätseinbußen. Die Festlegung der Quote auf 50 Prozent entbehre zwar einer wissenschaftlich erarbeiteten Grundlage und sei eine willkürliche Annahme, so VdPB-Präsident Georg Sigl-Lehner. Sie aber aus der Not heraus einfach niedriger anzusetzen, könne nur als hilfloser Versuch scheitern. Schließlich führe das am Ende nur zu einer weiteren Belastung für die verbliebenen Fachkräfte und erhöhe damit deren Frustration. Auch im Hinblick auf die ab 1. Januar 2020 gesetzlich festgeschriebenen Vorbehaltsaufgaben für die Fachpflege sei es wenig ratsam, noch weiter am Personalschlüssel zu drehen. "Damit sind nämlich automatisch alle Lösungen vom Tisch, die darauf abzielen, eine Pflegefachkraft durch zwei Pflegehelfer zu ersetzen oder pflegerische Maßnahmen an andere Berufsgruppen zu delegieren", so Sigl-Lehner. Für die Langzeitpflege wird derzeit ein Pflegepersonalbemessungsinstrument entwickelt, dessen Erprobung nach dem Pflegestärkungsgesetz II Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein soll, erst dann werde man sehen, wie hoch der Bedarf an Pflegefachpersonen in der Altenhilfe tatsächlich ist. Die Konzertierte Aktion Pflege (KAP) bereitet die schnelle Umsetzung des Verfahrens im Anschluss an die Erprobung vor.

Auch die umstrittenen Pflegepersonaluntergrenzen sieht die VdPB als vorerst notwendigen Zwischenschritt zu einem wissenschaftlich fundierten Personalbemessungsinstrument für die Akutpflege. Die KAP hat das Ziel definiert, vom Deutschen Pflegerat, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der Gewerkschaft ver.di bis zum 31.12.2019 einen Interims-Vorschlag für ein Personalbemessungsverfahren in der Akutversorgung erarbeiten zu lassen. Die VdPB unterstützt das Vorhaben und fordert insbesondere die zügige Umsetzung des zweiten Schritts, in dem ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren entwickelt und erprobt werden soll. Zudem schließt sich die VdPB der Forderung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) an den Gesetzgeber an, schnellstmöglich die gesetzlichen Grundlagen zur Entwicklung eines solchen Verfahrens zu schaffen. "Solange wir aber den Personalbedarf in der Pflege nicht nach festen Vorgaben ermitteln können, sind die Personaluntergrenzen zumindest ein Schritt in die richtige Richtung und das bislang einzige probate Mittel, um die Pflege vor der völligen Überbeanspruchung zu schützen", meint VdPB-Vizepräsidentin Agnes Kolbeck und ergänzt: "Auf Dauer jedoch ist es vollkommen unzulänglich, zumal wenn die Versorgungssicherheit der Patienten gefährdet ist, weil Kliniken Betten nicht belegen können und ihre Notaufnahmen abmelden müssen oder Personal von A nach B verschieben und somit die Probleme nur verlagern." Die Notlage dürfe unter keinen Umständen zulasten der beruflich Pflegenden gelöst werden.

"In allen Bereichen der beruflichen Pflege werden Absenkungen oder das Abschaffen von Mindeststandards den Pflegenotstand eher verschärfen, da sie das Problem nicht an der Wurzel packen und die Rahmenbedingungen für die Pflegenden weiter verschlechtern. Mehr Eigenverantwortung, mehr institutionelles Vertrauen und eine deutliche gesellschaftliche Aufwertung des Berufs - all das wird die professionelle Pflege attraktiver machen, mehr Menschen für die Pflege begeistern und in der Folge die Belastungen für die einzelne Pflegefachperson senken", erläutert Georg Sigl-Lehner die Haltung der VdPB.

Die Pressemitteilung finden Sie hier: 190620 PM Fachkraftquote Personaluntergrenzen

Die VdPB

Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und ein unabhängiges Sprachrohr von und für professionelle Pflegekräfte in Bayern. Die VdPB wurde 2017 auf Grundlage des vom Bayerischen Landtag verabschiedeten Pflegendenvereinigungsgesetz gegründet und hat unter anderem die Aufgabe, die Qualität der Pflege weiterzuentwickeln - sowohl im Interesse der Berufsgruppe als auch für die Versorgungssicherheit für die Menschen in Bayern. Dazu wirkt die VdPB an Gesetzgebungsverfahren mit und vertritt die Pflegenden in Gremien wie beispielsweise dem Landespflegeausschuss. Zudem berät sie ihre Mitglieder kostenlos in berufsrechtlichen, berufsethischen und fachlichen Fragen und engagiert sich für die Fort- und Weiterbildung der beruflich Pflegenden. Die Mitgliedschaft in der VdPB ist für professionell Pflegende freiwillig und kostenlos. Präsident der VdPB ist Georg Sigl-Lehner.

Quelle: VdPB

400 Millionen Euro fehlen den Pflegeschulen zur Sicherung der Ausbildung

Bildinhalt: Mehrere 100, 200 Euroscheine

Vor einem finanziellen Engpass in der Pflege für die Ausbildung warnte das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Gerda Hasselfeldt, die DRK-Präsidentin, sagte zu der Neuen Osnabrücker Zeitung: „Ohne eine ausreichende Finanzierung der Pflegeschulen wird sich der Fachkräftemangel in diesem Bereich weiter verschärfen“.

Auch hatte Hasselfeldt darauf aufmerksam gemacht, das die von der Bundesregierung geplanten Steigerungen um zehn Prozent, für die Ausbildungszahlen nach dem jetzigen Stand nicht erreicht würden. Sie sagte: „Es droht so­gar ein Rückgang der Ausbildungszahlen. So weit darf es nicht kommen“.

Die neue Pflegeausbildung soll ab Anfang nächsten Jahres beginnen, die den Beruf der Pflege verbessern soll. Hasselfeldt sagte: „Doch dieses Ziel ist ernsthaft in Gefahr“. 400 Millionen Euro an Anschubfinanzierungen fehlen den Pflegeschulen. Hasselfeldt erläutert, die Länder wären dafür zuständig. Der Bund habe für 2019 keine Haushaltmittel geplant. Die Länder sind bislang eher weniger bereit das Geld zu Verfügung zu stellen.

Die Finanzierung der Miet- und Investitionskosten der Pflegeschule, sind ein weiteres Problem. Hasselfeldt sagte: „Auch hier schieben sich Bund und Länder gegenseitig die Verantwortung zu. Dieses Schwarze-Peter-Spiel auf dem Rücken der Beschäftigten sowie der Pflegebe­dürfti­gen und ihrer Angehörigen muss ein Ende haben".

Zudem sei die Finanzierung der Betriebskosten und die Praxisbegleitung, durch die Krankenkassen gefährdet, da diese nur weniger als die Hälfte zahlen wollen, als das was von den Leistungserbringern benötigt wird.  Hasselfeldt sagte: “Die neue Pflegeausbildung kann kein Er­folg werden, wenn sie bereits unterfinanziert startet“.

Quelle: DRK

Pflegende mit maßgeschneiderten Strategien gesund halten bpa und Krankenkassen in Bayern eröffnen landesweites Informationsportal zum betrieblichen Gesundheitsmanagement

Bildinhalt: Eine Transparente Kugel in der zwei ältere Senioren als Figuren abgebildet sind über die Kugel faltet jemand mit seinen Händen ein Dach als Symbolischen Schutz für die Senioren.

Betriebliches Gesundheitsmanagement kann entscheidend dazu beitragen, Pflegende gesund zu erhalten und die Arbeitszufriedenheit zu steigern. Das haben Untersuchungen der Ludwig-Maximilians-Universität München in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Heilbäder-Verband (BHV) und dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) gezeigt. Private Pflegedienste und stationäre Einrichtungen in Bayern setzen deshalb verstärkt auf Strategien zur aktiven Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Von den Krankenkassen werden sie dabei mit maßgeschneiderten Angeboten und Informationen unterstützt und gefördert.

Ein neues Informationsportal zum betrieblichen Gesundheitsmanagement zeigt alle Möglichkeiten und Voraussetzungen der aktiven Gesunderhaltung von Pflegenden übersichtlich auf und versetzt Unternehmen jeder Größe in die Lage, ihren Teams passende Angebote des betrieblichen Gesundheitsmanagements zu machen. Das Onlineportal stellt die bayerische Landesgruppe des bpa nun gemeinsam mit den Krankenkassen im Rahmen einer Fachtagung vor:

Pflege gesund gestalten: Das neue Onlineportal der Krankenkassen am Montag, den 24.06.2019, um 14.00 Uhr im hbw Haus der Bayerischen Wirtschaft (Max-Joseph-Straße 5, 80333 München / ConferenceArea, Europasaal).

Neben Vertreterinnen und Vertretern des bpa und der Kassen berichten dort auch Unternehmerinnen und Unternehmer über Umsetzungsstrategien und spürbare Erfolge des betrieblichen Gesundheitsmanagements für Pflegende. Wir laden Sie herzlich ein, die Fachtagung im Rahmen Ihrer Berichterstattung zu besuchen. Teilen Sie uns direkte Interviewwünsche gerne vorab mit.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 11.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon fast 1.300 in Bayern) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 335.000 Arbeitsplätze und circa 25.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 26,6 Milliarden Euro.

Quelle: bpa

 

Anhebung des Wohngelds geplant

Bildbeschreibung: Auf dem Bild ist Geld zu sehen, dass aus einer Hosentasche raushängt.

Die Bundesregierung hat dazu den Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung des Wohngeldes eingebracht, wonach das Wohngeld zum 1 Januar 2020 erhöht werden soll. (Drucksache 19/10816).

Darin heißt es, zuletzt sei das Wohngeld zum 1. Januar 2016 angepasst worden. Seitdem seien die Wohnkosten und die Verbraucherpreise deutlich gestiegen und würden voraussichtlich weiter steigen. Die Leistungsfähigkeit des Wohngeldes nehme dadurch mit der Zeit ab. Zusätzlich würden bereits Erhöhungen der Einkommen, die nur die Entwicklung der Verbraucherpreise ausgleichen würden, zu einer Reduktion oder zum Verlust des Wohngeldanspruchs führen. Dies habe zur Folge, dass die Zahl der Wohngeldempfänger und die Reichweite des Wohngelds sinke.

Der Gesetzentwurf sieht eine Anpassung der Parameter der Wohngeldformel vor, um die Zahl der Wohngeldempfängerinnen und Wohngeldempfänger zu erhöhen und die Reichweite des Wohngelds zu vergrößern. Eine Anpassung an die allgemeine Entwicklung von Mieten und der nominalen Einkommen in Höhe der Inflation sei dabei berücksichtigt. Vorgesehen ist die Einführung einer Mietenstufe VII in bestimmten Gemeinden und Kreisen, um Haushalte mit besonders hohen Mietniveaus gezielter bei den Wohnkosten zu entlasten. Außerdem werden die Höchstbeträge, bis zu denen die Miete berücksichtigt wird, regional gestaffelt angehoben. Zudem soll das Wohngeld künftig dynamisiert werden, das heißt, alle zwei Jahre per Verordnung an die eingetretene Miet- und Einkommensentwicklung angepasst werden. "Eine regelmäßige Fortschreibung des Wohngelds stellt sicher, dass seine Leistungsfähigkeit als sozialpolitisches Instrument der Wohnungspolitik erhalten bleibt", begründet die Regierung die Dynamisierung.

In der Begründung des Gesetzentwurfs heißt es, ohne eine Reform würde die Zahl der Wohngeldempfängerhaushalte von rund 630.000 Ende 2016 auf voraussichtlich 480.000 Ende 2020 absinken. Im Hinblick auf den Anstieg der Erst- und Wiedervermietungsmieten sei eine Stärkung des Leistungsniveaus und der Reichweite des Wohngelds über eine reine Realwertsicherung hinaus erforderlich, denn zwischen 2015 und 2017 seien die Erst- und Wiedervermietungsmieten um durchschnittlich zehn Prozent auch stärker gestiegen als die Nominallöhne mit fünf Prozent.

Quelle: Heute im Bundestag (hib)

Weil Pflegebedürftigkeit keine Altersgrenze kennt - So digitalisiert ein junges Unternehmen die Vorsorge

Bildinhalt: Ein Mann schreibt etwas auf einen Notizblock neben ihm steht ein Laptop auf dem Tisch.

Obwohl fast jedem Deutschen die Wichtigkeit der Patientenverfügung ein Begriff ist, haben nur 15% eine erstellt, wie eine Studie der lFD Allensbach belegt.

Dass Themen wie Tod oder Pflegebedürftigkeit keine sind, mit denen man sich gerne beschäftigt, erkannten auch die kreativen Köpfe hinter meine-vorsorgedokumente.de. Fehlende Aufklärung über notwendige Dokumente oder unzureichendes Interesse an der Thematik führen in den meisten Fällen dazu, dass die Vorsorge aufgeschoben wird - oft bis es zu spät ist. Aus diesem Grund hat es sich das junge Team zur Aufgabe gemacht, die Erstellung und Hinterlegung von Vorsorgedokumenten so angenehm und einfach wie möglich zu gestalten. So wollen sie mehr Leute dazu bewegen, sich mit dem wichtigen Thema zu beschäftigen.

Das digitale Angebot soll eine persönliche Beratung durch den Anwalt nicht ersetzen, sondern eine kostengünstige und digitale Alternative bieten. So scheitert die Erstellung der Dokumente bei großen Teilen der Bevölkerung nicht zuletzt am hohen Preis der Rechtsberatung. Das aktuell noch kostenlose Angebot wird auch langfristig immer günstiger als eine persönliche Rechtsberatung bleiben - das ist die Vision von meine-vorsorgedokumente.de

Nutzer können sich auf der Plattform meine-vorsorgedokumente.de über wichtige Dokumente wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht oder Sorgerechtsverfügung informieren und diese anschließend mithilfe des Vorsorgeassistenten erstellen. "Wichtig ist nicht nur, dass der Nutzer sein Vorsorgedokument über unsere Plattform erstellen kann, sondern dass er auch genau weiß, was das Dokument beinhaltet. Vor der Erstellung klären wir den Nutzer über die Bedeutung der Inhalte sowie rechtliche Themen auf. So können wir sicher sein, dass der Nutzer den Prozess auch wirklich versteht", erklärt Nicola Beringer von meine-vorsorgedokumente.de. Um komplexe und schwer verständliche Formulierungen macht das Team bewusst einen großen Bogen: Durch anschauliche Grafiken und ein einfaches Frage-Antwort-Schema werden relevante Informationen für jedermann verständlich.

Die Benutzung des Vorsorgeassistenten ist einfach: Durch die Beantwortung von Fragen wird der Nutzer durch die Erstellung seines persönlichen Vorsorgedokuments geleitet. Bei Verständnisproblemen helfen klar formulierte Begriffserklärungen bei der Beantwortung einzelner Fragen. Besonderes Highlight ist die Live-Dokumentvorschau: Sie bietet dem Nutzer jederzeit die Möglichkeit, den aktuellen Stand seines Dokuments zu überprüfen und direkt Änderungen vorzunehmen. "Hier schätzen Nutzer vor allem die Transparenz der Dokumententstehung, die Dank der Live-Vorschau jederzeit gegeben ist", berichtet Beringer.

Doch die digitale Lösung auf https://meine-vorsorgedokumente.de hört nicht bei der Erstellung der Vorsorgedokumente auf. Noch viel wichtiger ist es, die Dokumente im Ernstfall zugänglich zu machen. Der Nutzer kann Kontaktpersonen benennen, diesen einen Lesezugriff erteilen und durch wenige Klicks vermerken, wo sich der rechtsgültige, unterschriebene Ausdruck befindet.

Zukünftig will das junge Team sein Angebot um weitere Vorsorgedokumente und Zusatzleistungen erweitern, wie beispielsweise eine Expertenberatung, um seinen Nutzern das "All-Inclusive-Paket" zur digitalen Vorsorge zu bieten. 

Quelle: CodeCamp:N GmbH 

 

Psychische Gefährdung für Studenten

Bildbeschreibung: Auf diesem Bild ist einer Person zu sehen, die an einem Schreibtisch Notizen auf einem Block macht.

Wie aus einer kleinen Anfrage im Deutschen Bundestag hervorgeht, leiden immer mehr Studenten unter psychischen Störungen. Allein im Zeitraum von 2010 bis 2015 stieg die Zahl der Erstgespräche der psychotherapeutischen Ambulanz in Göttingen für Studenten um 30 Prozent, heist es in der kleinen Anfrage (Drucksache 19/10799). 

Die Zahlen zeigen eine Tendenz, die sich auch bei berufstätigen Menschen wieder spiegelt. Offensichtlich sind es die immer weiter ansteigenden Anforderungen, nicht nur im Berufsleben, sondern bereits in der Ausbildung. Selbst dort sind bereits Symptome von posttraumatischen Belastungsstörungen gehäuft zu beobachten. In unserem Bildungssystemen müssen wir uns also mit der Frage auseinandersetzen: Wie viel Bildung ist eigentlich leitbar? Eine mögliche Ursache könnte die Umstellung des Studiums auf Bachelor- und Masterabschlüsse sein. Allerdings gibt es auch andere Studien, die den Bologna-Prozess als Ursache ausschließen. (Bologna-Prozess: Europaweite Vereinheitlichung von Studiengängen). Sprich es konnte kein erhöhtes Burnout-Erleben durch Bachelor- oder Masterstudenten, im Vergleich zu anderen Abschlussgruppen, festgestellt werden. Andere Studien zeigen aber, dass es besondere Auffälligkeiten bei Magister Studierenden gibt.

Gerade die Jungen Menschen sollen in der Zukunft unseren Bedarf an Sozialleistungen wie Renten, decken. Daher ist diese Entwicklung nicht nur alarmierend, sondern muss mit großer Sorgfalt beobachtet werden, um dieser Entwicklung entgegenwirken zu können. Nicht selten führen psychische Belastungen, gerade wenn diese dauerhaft stattfinden und sich chronifizieren, zu einer Erwerbsminderung der betroffenen Personen. Der Arztbericht der Barmer (hier als PDF-Download) zeigt die derzeitige Entwicklung und untersucht entsprechende Hintergründe.

Betrachtet man die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung, beobachtet man einen leichten Rückgang bei den EM- Rentenzugängen. Waren es 2016 173.996, so waren es 2017 165.638. Allerdings ist das kein Anlass, sich zurückzulehnen, denn eine Entspannung in der Antragslage ist das nicht. Schließlich liegt die Anzahl der psychischen Erkrankungen immer noch bei 43%. Leider sind uns keine Zahlen bekannt, wie viele Fälle dadurch zu Pflegefällen wurden.

Tendenziell ist auch zu beobachten, dass immer mehr Menschen auf Leistungen nach SGB XII angewiesen sind. Also Grundsicherung bei Erwerbsminderung oder im Alter. Das statistische Bundesamt hat zu dem Thema Zahlen veröffentlicht. Waren es im Dezember 2016 noch 500.308 Personen die auf Grundsicherung bei Erwerbsminderung angewiesen waren, so waren es im Dezember 2017 bereits 514.737 Personen.

Sozialpolitisch sollten diese Zahlen mehr als nur alarmierend sein, denn gerade erwerbsgeminderte Menschen, die dann meist durch die Erwerbsminderung auch noch eine Schwerbehinderung bekommen, sollten Teil der Gesellschaft bleiben.

 

Bundeskabinet beschließt bessere Löhne in der Pflege

Bildbeschreibung: Auf dem Bild sind Geldscheine zu sehen

Heute hat das Bundeskabinett dem Entwurf zu dem Gesetz für bessere Löhne in der Pflege zugestimmt. Das Pflegelöhneverbesserungsgesetz ist eines der "Konzertierten Aktion Pflege" zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflegebranche.

Dazu sagte Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales: „Mit diesem Gesetz schaffen wir die Grundlage für bessere Entlohnung und Arbeitsbedingungen in der Pflegebranche und stärken die Handlungsfähigkeit der Pflegekommission. Es wird die Arbeitsbedingungen spürbar besser und den Pflegeberuf deutlich attraktiver machen. Davon profitieren Pflegerinnen und Pfleger im Beruf. Ein weiterer Schritt, um den Personalmangel in der Branche einzudämmen. Wir stärken die Voraussetzungen dafür, dass nach Tarif bezahlt wird - und die Höhe sich unterscheidet, je nachdem ob Hilfskräfte oder examinierte Pflegekräfte im Einsatz sind. Außerdem vereinfacht das Gesetz die Berufung und die Beschlussfassung der Pflegekommission, die zukünftig ein ständiges Gremium wird. Ich bin froh, dass wir dieses zukunftsweisende Gesetz auf den Weg bringen konnten. Jetzt sind die Sozialpartner gefragt, die Möglichkeiten des Gesetzes zu nutzen.“ 

Weiter heißt es vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales:

Für die Durchsetzung spürbarer Verbesserungen wäre die Erstreckung tarifbasierter Arbeitsbedingungen auf Grundlage des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (§ 7a AEntG), also eine Tarifvertragslösung, die beste Variante. Das Verfahren nach dem AEntG wird unter Berücksichtigung des kirchlichen Selbstbestimmungsrechts und der großen Bedeutung der Religionsgesellschaften in der Pflegebranche angepasst. Unser Ziel ist, dass es künftig Mindestlöhne differenziert nach Hilfs- und Fachkräften gibt und die Ost-/West-Unterschiede beendet werden.

Es ist nun die Aufgabe von Gewerkschaften und Arbeitgebern zu verhandeln und gemeinsam zu entscheiden, ob sie einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag schaffen oder weiter den Wegüber den Pflegemindestlohn beschreiten wollen.

Im Gesetz wird außerdem die Handlungsfähigkeit der Pflegekommission gestärkt. Die Pflegekommission spricht Empfehlungen über Mindestarbeitsbedingungen (Mindestentgelte, Urlaub) aus. Diese Empfehlungen können zum Gegenstand von Rechtsverordnungen gemacht werden. Die Pflegekommission soll zukünftig als ständiges Gremium mit einer grundsätzlich fünfjährigen Amtszeit berufen werden. Ebenso gibt es Klarstellungen zur Auswahl der Mitglieder (insbesondere bzgl. der Berücksichtigung des Grundsatzes der Trägervielfalt) und zur Beschlussfähigkeit, so dass die Pflegekommission nicht mehr nur in Anwesenheit aller Mitglieder oder deren Stellvertreter beschließen kann.

Das Gesetz soll bis Ende des Jahres in Kraft treten.

Quelle: BMAS

Das Nuscheln der anderen

Bildinhalt: Jemand hält in der Hand Hörgeräte mit einer Ein Euro Münze um die größe zu vergleichen.

Viele Menschen im Alter kennen es das, sie plötzlich nicht mehr so richtig die anderen verstehen. "Die anderen Leute nuscheln immer so!" Wer das mehr als zweimal pro Woche denkt, sollte zum Ohrenarzt oder Hörakustiker gehen. Denn das vermeintliche Nuscheln ist keine schlechte Angewohnheit der jungen Generation, sondern entsteht oft erst im eigenen Gehör.

Hörakustiker hören den Satz fast täglich, und auch in mancher Familie wird es die Diskussion über schlechte Aussprache häufiger geben. Doch bei einem Hörverlust ist dies das erste typische Anzeichen. Meist wissen die Betroffenen gar nichts davon, dass sie schlecht hören, oder wollen es vielleicht auch nicht wahrhaben. Denn Hörverlust tut nicht weh und macht zunächst einmal keine Beschwerden - außer den anderen Menschen um einen herum, die sich die Vorwürfe anhören müssen. Das soll schon zu manchem familiären Konflikt geführt haben, der mit einer guten Hörsystemversorgung zu vermeiden wäre.  

Gerade gesprochene Sprache in Unterhaltungen oder im Fernsehen wird bei schlechtem Hören undeutlich und "nuschelig" - mehr als die meisten anderen Töne und Geräusche, die der Betroffene ja vermeintlich noch "gut" hört. Dies hat einen handfesten Grund: Die verschiedenen Laute in unserer Sprache haben einen ganz bestimmten Klang, der besser oder schlechter hörbar sein kann. So klingen die Laute /o, u, a/ laut und tief, was für die meisten noch gut hörbar ist. Andere Buchstaben wie /s, t, k/ oder /f/ sind für viele Menschen mit einem Hörverlust nicht gut zu hören. Gerade Schwerhörigen fehlen beim Sprache-Hören mitten im Wort einfach diese Laute, denn sie liegen oft genau in ihrem verlorenen Hörbereich. Betroffene können das Gehörte dann nicht mehr sinnvoll verstehen, denn sie hören nur einen Teil des Wortes. Den anderen Teil "verschluckt" ihr schlechtes Gehör - und nicht der Sprecher! Zum Beispiel hört man bei "Boot", "Moor" oder "Moos" das lange /o:/ sehr gut, man kann das Wort ungefähr einordnen. Doch der genaue Anfangs- oder Endlaut kommt verwaschen an, und man muss raten, was der andere gesagt haben könnte. Hören ist also noch lange nicht dasselbe wie Verstehen! Findet die Unterhaltung bei Hintergrundgeräuschen statt, wie im Restaurant oder bei einer Feier, ist das Verstehen noch sehr viel schwieriger.

Die gute Nachricht dabei: Unser Gehirn kann die fehlenden Buchstaben bis zu einem gewissen Grad "überbrücken", indem es den Zusammenhang kennt und vieles ergänzen kann. So fällt das mangelnde Verstehen zunächst gar nicht auf. Doch die schlechte Nachricht: Dieses ständige Ergänzen und Mitdenken ist auf Dauer sehr anstrengend für den Kopf. Menschen mit Hörverlust müssen sich stärker konzentrieren als andere, um alles mitzubekommen. Sie sind dann oft nach längeren Unterhaltungen oder Feiern völlig erschöpft. Fachleute sprechen hier von Höranstrengung. Und wer etwas als sehr anstrengend empfindet, zieht sich davon zurück, innerlich oder auch äußerlich: Betroffene nehmen an Unterhaltungen keinen Anteil mehr oder meiden Treffen sogar ganz.

Die Präsidentin der Europäischen Union der Hörakustiker e. V., Beate Gromke, empfiehlt: "Wer all das schon einmal bei sich beobachtet hat, sollte sein Gehör testen lassen, um rechtzeitig etwas zu unternehmen!" Die meisten Hörakustiker machen Hörtest und Beratung kostenlos - und kein Mensch muss dann noch das "Nuscheln der anderen" entschlüsseln.

Gerade bei älteren Menschen führt ein Hörproblem zur Isolation. Die Mitmenschen leiden unter dem nicht verstanden werden und müssen immer lauter Reden. Auch wird der Fernseher immer lauter gemacht, so dass die Nachbarn ihn schon hören, denn Anwesenden im Raum tun die Ohren weh, somit wird die Isolation noch größer.

Wenn man dann das Thema Hörgerät anspricht wird es gerne verdrängt. Die älteren Menschen wollen oft aus Scham kein Hörgerät, doch gerade dieses sorgt dafür das Sie sich noch mehr von der Außenwelt Isolieren, als Sie es bereits durch ihr schlechtes Gehör tun.

Quelle: EUHA

Jobcenter darf Vermieter nicht über Hartz IV Bezug informieren

Bildbeschreibung: Aud dem Bild ist das Gebäude des Bundessozialgerichts zu sehen

Wer Hartz IV bezieht, zahlt im Regelfall seine Monatsmiete weiterhin direkt an den Vermieter. Sollte sich jedoch der Leistungsempfänger/In nicht in der Lage sein, die Miete direkt an das Jobcenter zu zahlen, kann unter bestimmten Umständen das Jobcenter die Miete direkt an den Vermieter zahlen (§ 22 Abs.7 SGB II). So ist es auch einer jungen Frau passiert. Sie sagt selber "Ich war alleinerziehend und habe ergänzend Hartz 4 bekommen. Einmal konnte ich meine Miete nicht zahlen und war schon eine Monatsmiete in Verzug. Ich schrieb meinem Sachbearbeiter, dass ich um ein Darlehen bitte, damit ich die Miete noch zahlen kann, bevor der Vermieter mahnt. Stattdessen hat mein Sachbearbeiter meine Miete direkt an den Vermieter überwiesen, ohne mich zu fragen und ohne mein Einverständnis. Damit hat er den Vermieter in Kenntnis gesetzt, dass ich ergänzend Hartz 4 bekomme."

Darf also das Jobcenter überhaupt Sozialdaten an den Vermieter weitergeben? Grundsätzlich erst einmal nicht. So heißt es einem Urteil des BSG (Az.: B 14 AS 65/11 R) "der Kläger unbefugt Sozialgeheimnisse der Kläger offenbart hat, indem er den Leistungsbezug der Kläger mitgeteilt hat.". Das Jobcenter Herford gibt auf seiner Internetseite explizit folgenden Hinweis: "Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen zum Sozialdatenschutz darf das Jobcenter ohne Zustimmung des Leistungsberechtigten einem Vermieter keinerlei Auskünfte erteilen." (Quelle: Link). Auch andere Jobcenter geben auf ihrer Internetseite deutlich zu verstehen "Auskünfte an den Vermieter dürfen somit ohne aus- drückliche schriftliche Zustimmung des Mieters nicht erteilt werden."  



Das zuständige Jobcenter, das für den von uns geschilderten Fall zuständig ist, war bisher zu keiner Stellungnahme bereit. Ein Hinweis auf die Regelung, dass keine Auskünfte an den Vermieter erfolgen dürfen, ist auf der Webseite des zuständigen Jobcenters ebenfalls nicht ersichtlich.

Laut § 22 Abs.7 SGB II kann das Jobcenter durchaus Miete direkt an den Vermieter zahlen:

(7) Soweit Arbeitslosengeld II für den Bedarf für Unterkunft und Heizung geleistet wird, ist es auf Antrag der leistungsberechtigten Person an den Vermieter oder andere Empfangsberechtigte zu zahlen. Es soll an den Vermieter oder andere Empfangsberechtigte gezahlt werden, wenn die zweckentsprechende Verwendung durch die leistungsberechtigte Person nicht sichergestellt ist. Das ist insbesondere der Fall, wenn

1.
Mietrückstände bestehen, die zu einer außerordentlichen Kündigung des Mietverhältnisses berechtigen,
2.
Energiekostenrückstände bestehen, die zu einer Unterbrechung der Energieversorgung berechtigen,
3.
konkrete Anhaltspunkte für ein krankheits- oder suchtbedingtes Unvermögen der leistungsberechtigten Person bestehen, die Mittel zweckentsprechend zu verwenden, oder
4.
konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die im Schuldnerverzeichnis eingetragene leistungsberechtigte Person die Mittel nicht zweckentsprechend verwendet.

Ob aber genau diese Umstände in dem geschilderten Fall überhaupt zutreffen ist fragwürdig, zumal das Handeln des Sachbearbeiters mit der Leistungsempfängerin nicht einmal abgesprochen wurde und keine entsprechende Zustimmung oder Beantragung der Leistungsempfängerin vorlag. 

Eine weitere Frage, ob das Jobcenter überhaupt den Mietvertrag kopieren darf, hat der Unabhängige Landes- Datenschutzbeauftrage von Schleswig- Holstein wie folgt bewerten: "Wie so oft hilft auch hier ein Blick in das Gesetz. Der Gesetzgeber erlaubt das Anfertigen von Kopien nämlich nur dann, wenn diese für die weitere Aufgabenerfüllung der Leistungsträger erforderlich sind (§ 67c Abs. 1 SGB X). Da Mietverträge jedoch oftmals eine Vielzahl von Informationen enthalten, die für das Amt nicht von Relevanz sind, vertritt das ULD die Auffassung, dass vollständige Kopien häufig nicht benötigt werden." (Quelle: ULD-SH)

Dieser Fall zeigt also ganz deutlich, dass das Thema "Sozialdatenschutz" offensichtlich immer noch nicht so ganz ernst genommen wird.

 

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